Der Eignungstest bei der Feuerwehr: Bist du geeignet für den Dienst bei der Feuerwehr?

Deutschland | am 10.09.2012 - 16:29 Uhr | Aufrufe: 4018

Will man sich als Berufsfeuerwehrfrau oder Berufsfeuerwehrmann ausbilden lassen, muss man zunächst ein vielstufiges Eignungsverfahren bestehen. Das Eignungsverfahren soll zum einen helfen zu überprüfen, ob der Bewerber für den Dienst bei der Feuerwehr geeignet ist. Außerdem ist das Auswahlverfahren oftmals notwenig aufgrund der Vielzahl der eingehenden Bewerbungen.

Jede Berufsfeuerwehr stellt anhand eines eigenen Einstellungs- bzw. Auswahlverfahrens fest, ob die jeweiligen Bewerber für den Beruf bei der Feuerwehr geeignet sind. Dieses Auswahlverfahren unterscheidet sich zwar, je nach Berufsfeuerwehr – bei den meisten Berufsfeuerwehren ist das Auswahlverfahren jedoch gleich aufgebaut.

Meistens besteht das Auswahlverfahren aus vier Teilen: Zunächst müssen die Bewerber einen schriftlichen, theoretischen Test absolvieren. Danach muss ein körperlicher Eignungstest bestanden werden. Darauf folgt ein persönliches Gespräch mit dem Bewerber – meist ein Einzelgespräch. Zuletzt wird der Bewerber durch den Amtsarzt gesundheitlich untersucht.

Der schriftliche Test: Deutsch, Mathe und Allgemeinwissen

Zunächst müssen die Bewerber einen schriftlichen Test – zum Teil auch Online – absolvieren. Der schriftliche Test beinhaltet neben Matheaufgaben und Aufgaben zu Deutschkenntnissen auch Fragen zum technischen und handwerklichen Verständnis der Bewerber. Zudem wird Allgemeinwissen abgefragt und das logische und räumliche Denken bei den Bewerbern getestet.

Im Deutschtest müssen die Bewerber meist ihre Kenntnisse in Rechtschreibung, Grammatik und Textverständnis beweisen und ein Diktat oder einen kurzen Aufsatz schreiben. Beim Aufgabenteil zum Allgemeinwissen können die Bewerber vielseitige Fragen zu den Themenbereichen Politik und Sozialkunde, aber auch Geographie, Kunst oder Kultur erwarten. Im Mathematiktest soll meist mit Textaufgaben das Mathe-Basiswissen der Bewerber bewertet werden. Abgefragt werden dabei oftmals Grundrechenarten, Bruch- und Prozentrechnen oder Flächenberechnungen. In einem weiteren Test-Teil soll das logische und räumliche Denken der Bewerber untersucht werden. Dabei wird auch bewertet, wie die Bewerber die Aufgaben unter Zeitdruck lösen können. Hierbei muss der Bewerber zum Beispiel Grafiken zusammensetzen oder Zahlenreihen vervollständigen.

Körperliche Leistungsfähigkeit im Sporttest beweisen

Wichtiger Teil in jedem Eignungsverfahren ist der Sporttest. Er dient dazu, die körperliche Leistungsfähigkeit des Bewerbers zu überprüfen. Denn die angehenden Feuerwehrleute müssen körperlich extrem fit sein – der Feuerwehrberuf ist im Einsatz mit hohen körperlichen Belastungen verbunden. Von der Ausdauer und der Kraft der einzelnen Feuerwehrleute hängt manchmal sogar das Leben eines Menschen ab. Aus diesem Grund müssen meist die Frauen in dem Sporttest die gleichen körperlichen Leistungen erbringen, wie ihre männlichen Kollegen.

Die Bewerber müssen im Sporttest vielseitige Disziplinen durchlaufen. Neben Ausdauer- und Kraft-Tests, wie Langstreckenläufe und Klimmzüge, werden auch koordinative Fähigkeiten, der Gleichgewichtssinn und die Reaktion getestet. Auch berufsbezogene Übungen wie das Drehleitersteigen werden zum Teil in den Sporttest eingebunden.

Die Einzelgespräche: Bewerber persönlich kennenlernen

In den Einzelgesprächen soll die Möglichkeit geschaffen werden, den Bewerber persönlich kennen zu lernen und auch das Verhalten des Bewerbers in bestimmten Situationen zu beurteilen. Dabei beziehen sich einige Fragen auf die Person und den bisherigen Werdegang des Bewerbers – andere Fragen behandeln die Berufsmotivation des Bewerbers. Beispielsweise soll der Bewerber einschätzen, welche Vor- und Nachteile der Beruf hat und welche Vorraussetzungen unbedingt erfüllt sein müssen. Außerdem muss der Bewerber sich in dem Einzelgespräch mit verschiedenen Gefahrensituationen auseinandersetzen. In geschilderten Situationen soll untersucht werden, ob der Bewerber Gefahr erkennen kann und wie er in den Situationen handeln würde.

Tauglichkeit für den Feuerwehr- und Rettungsdienst aus medizinischer Sicht

Zuletzt muss sichergestellt werden, dass die Bewerberinnen und Bewerber gesundheitlich uneingeschränkt für die Ausbildung und den Einsatz bei der Feuerwehr geeignet sind. In einer ärztlichen Untersuchung durch den Amtsarzt soll die Tauglichkeit für den Feuerwehr- und Rettungsdienst aus medizinischer Sicht bestätigt werden. Dabei wird auch die Tauglichkeit für das Tragen von Atemschutzgeräten überprüft. Durch die amtsärztliche Untersuchung soll sichergestellt werden, dass die gesundheitliche Eignung aller Bewerber auch nach einheitlichen Kriterien überprüft wird.

Bild: Konstantin Wamser, Technisches Hilfswerk (THW) OV Schwabmünchen

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