DRF Luftrettung: Hubschrauberstationen mit CO-Warngerät ausgestattet

Deutschland | am 22.10.2013 - 13:18 Uhr | Aufrufe: 1319

Die DRF Luftrettung setzt Warngeräte ein, um Szenarien wie nachfolgend beschrieben zu vermeiden.

DRF Luftrettung: Hubschrauberstationen mit CO-Warngerät ausgestattet Die Rettungsleitstelle meldet: „Bewusstlose Person hinter verschlossener Tür“. Wenige Minuten später betreten die Einsatzkräfte den Raum. Der Patient liegt auf dem Küchenboden, eine Reanimation ist notwendig. Doch plötzlich wird dem Notarzt schlecht und nur wenige Sekunden später liegen die Rettungskräfte bewusstlos neben dem Patienten. Die Heizungsanlage ist defekt, in der Wohnung schwebt – geruchlos und unsichtbar – Kohlenmonoxid (CO). Um ihre Besatzungen vor solchen Situationen zu schützen, hat die DRF Luftrettung alle Hubschrauberstationen mit einem CO-Warngerät ausgestattet.

Es gibt viele Ursachen für erhöhte CO-Konzentrationen

Indoor-Grillen, undichte Kaminöfen, defekte Heizungsanlagen – es gibt viele Ursachen für erhöhte CO-Konzentrationen in Wohnungen. Das Problem: „Das Gas ist hochgiftig und hochentzündlich, aber nicht wahrnehmbar“, sagt Lars Greschke, Koordinator Medizintechnik der DRF Luftrettung. Hinzu kommt, dass eine CO-Vergiftung sich oft erst später bemerkbar macht und noch dazu keine eindeutigen Symptome hervorruft. So fühlen sich Personen mit CO-Vergiftungen oft unwohl, wie bei einer beginnenden Grippe oder einem Magen-Darm-Infekt. Auch Ausfälle und Lähmungserscheinungen, ähnlich wie bei einem Schlaganfall, sind möglich. Unerkannt kann das Giftgas zu Bewusstlosigkeit und sogar zum Tod führen.

CO-Warngerät schützt die Rettungskräfte

Die DRF Luftrettung hat festgestellt, dass ihre Crews in den vergangenen Jahren immer häufiger zu Einsätzen gerufen werden, bei denen CO eine Rolle spielt. Das liegt unter anderem daran, dass heute häufiger als früher mit Gas geheizt wird. Hinzu kommt, dass die Wohnungen besser isoliert sind. „Je schlechter belüftet aber ein Raum ist, umso gefährlicher ist es, wenn CO austritt“, sagt Greschke. Um ihre Mitarbeiter zu schützen, hat die DRF Luftrettung daher alle Stationen mit CO-Warngeräten ausgestattet: „In der Regel trägt der Hubschraubernotarzt das Gerät bei sich, da er den Einsatzort meist als Erster betritt“, so Greschke. Ist die CO-Konzentration zu hoch, warnt das Gerät die Crew: „Es vibriert, leuchtet und gibt Signaltöne von sich“, berichtet er.

Sicherheit der Retter geht vor

Das kleine Gerät zeigt die CO-Konzentration in „parts per million“ (ppm) an und warnt in zwei Stufen – bei einer Konzentration von 30 ppm und von 60 ppm: „30 heißt für uns: Da ist etwas, wir müssen Fenster und Türen öffnen, bevor wir helfen“, erklärt Greschke. „60 heißt: Wir müssen hier schnellstmöglich raus. Unter Umständen auch ohne den Patienten.“ In diesem Fall müssen die Einsatzkräfte auf die Feuerwehr warten. „Der Eigenschutz geht vor“, sagt Greschke. „Wenn der Notarzt bewusstlos neben dem Patienten liegt, nutzt das keinem etwas.“

CO-Warngeräte müssen jeden Morgen zum Check

Damit die Einsatzkräfte sich auf die CO-Warngeräte verlassen können, testen sie diese jeden Morgen. „Dazu gibt es eine Teststation, in der sich eine Flasche mit CO-Gas befindet“, erklärt Greschke. „So lässt sich prüfen, ob das Gerät bei einer erhöhten Konzentration anschlägt.“ Funktioniert das Gerät nicht, setzt es sich selbst außer Betrieb. Bislang ist die DRF Luftrettung zufrieden mit den Geräten: „Die 400 Euro, die wir pro Station dafür ausgegeben haben, lohnen sich“, sagt Greschke. „Eine kleine Investition für größtmögliche Sicherheit.“

Hintergrundinformationen

In diesem Jahr feiert die DRF Luftrettung ihr 40-jähriges Jubiläum: 1973 erfolgte in Stuttgart der erste Einsatz eines rot-weißen Rettungshubschraubers. Vier Jahrzehnte später kommen an 31 Stationen in Deutschland, Österreich und Dänemark Hubschrauber der DRF Luftrettung zum Einsatz; acht davon rund um die Uhr. Ob schnelle Notfallrettung, Patiententransporte zwischen Kliniken oder weltweite Einsätze mit Ambulanzflugzeugen – allein im Jahr 2012 starteten die Besatzungen der DRF Luftrettung zu 38.748 Einsätzen.

Quelle: DRF Luftrettung

 

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