Erfolgreiches Simulatortraining der DRF Luftrettung in Mannheim

Mannheim | am 11.12.2012 - 11:30 Uhr | Aufrufe: 1041

Seit 2004 veranstaltet die DRF Luftrettung Simulatorkurse für Ärzte und Rettungsassistenten ihrer Stationen sowie externes medizinisches Personal. In der vergangenen Woche trainierte ein Team mit DRF Luftrettung in Mannheim.

Erfolgreiches Simulatortraining der DRF Luftrettung in MannheimDie Ärzte sind zufrieden: Die Operation ist gut verlaufen. Sie bringen den Patienten in den Aufwachraum, wo seine Mutter bereits wartet. Doch plötzlich bricht diese zusammen: Herzinfarkt. Wie Ärzte und Schwestern mit solchen Situationen umgehen, trainierte ein Team der überregionalen anästhesiologischen Gemeinschaftspraxis „narconet rhein-neckar“ vergangene Woche mit der DRF Luftrettung in Mannheim. Die DRF Luftrettung schnitt das Konzept der Simulatorstation speziell auf die tägliche Praxis der Anästhesisten und des Pflegepersonals zu. 

Simulatorkurse für Ärzte und Rettungsassistenten der DRF seit 2004

An einer zweiten Station trainierten zudem elf Ärzte und sieben Rettungsassistenten der Mannheimer Hubschrauberbesatzung der DRF Luftrettung. Seit 2004 veranstaltet die DRF Luftrettung solche Simulatorkurse für Ärzte und Rettungsassistenten ihrer Stationen sowie externes medizinisches Personal. Keine andere europäische Luftrettungsorganisation verfügt in diesem Bereich über so große Erfahrung.


Stress-Situationen im Alltag meistern

Die Simulatorstationen stellen Situationen aus dem Berufsalltag realitätsgetreu nach: „Wir können mit der Simulatorpuppe zum Beispiel einen Herzinfarktpatienten darstellen und alle klinischen Symptomen, wie den entsprechenden EKG-Rhythmen, abbilden. Die Teilnehmer legen dem SIM-Man Infusionen und Drainagen und verabreichen ihm Medikamente“, erläutert Dr. Gerson Conrad, medizinischer Ausbildungsleiter der DRF Luftrettung. Die Übungen werden aus vier Perspektiven auf Video aufgezeichnet und später unter Anleitung der erfahrenen Simulationsspezialisten der DRF Luftrettung im Team analysiert. So sollen sich die Teilnehmer besser auf Stress-Situationen im Berufsalltag vorbereiten: „Bis zu 70 Prozent aller Zwischenfälle in der Medizin sind auf menschliche Faktoren zurückzuführen“, so Conrad. „Ursachen sind dabei in der Regel nicht mangelnde Fachkenntnisse, sondern Probleme beim Umsetzen des Wissens unter realen Bedingungen.“


Simulation speziell für Anästhesisten

Daher hat die DRF Luftrettung die Szenarien an der Simulatorstation für das Team der narconet speziell auf die anästhesiologische Praxis zugeschnitten – vom allergischen Schock über eine Lungenembolie bis hin zum Herzinfarkt eines Angehörigen im Aufwachraum. Das Team arbeitet auch im klinischen Alltag zusammen und trainierte in Mannheim mit seiner eigenen Notfallausrüstung. „Zwischenfälle in der Anästhesie sind zwar selten. Wenn sie auftreten, dann meist unvermittelt und dramatisch. Zum Beispiel, wenn wir einen Patienten unerwartet nicht mit konventionellen Mitteln beatmen können“, sagt Dr. Jens Schröter, Facharzt für Anästhesiologie und im Leitungsteam der Narconet tätig. „Dann ist es wichtig, dass wir schnell und richtig reagieren.“


Simulatortraining statt Kletterwald

Die Leiter der narconet sehen die Teilnahme am Simulatorkurs auch als Methode zur Teambildung: „Insbesondere das gemeinsame Besprechen der Szenarien trägt dazu bei, die Kommunikation innerhalb des Teams zu verbessern. Das ist das Besondere an den Simulatortrainings der DRF Luftrettung“, so Schröter. „Die Kurse haben dadurch einen ähnlichen Effekt wie Teambuilding-Maßnahmen, zum Beispiel im Klettergarten – mit dem Unterschied, dass uns das Simulatortraining der DRF Luftrettung auch fachlich weiterbringt. So hilft es uns, unseren Patienten eine optimale medizinische Versorgung zu bieten.“
 

Quelle: DRF Luftrettung
Bild: Andy Heinrich / DRF Luftrettung 

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