71 Schulleiter tagten zum Thema "Zukunft der Pflegeausbildung"

Berlin | am 22.11.2011 - 10:00 Uhr | Aufrufe: 178

Am 22. und 23. November 2011 hatten das Deutsche Rote Kreuz e.V. und der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. zum mittlerweile vierten Mal die DRK-Pflegeschulen zur Schulleitertagung eingeladen.

Hilfe im Verbund – Das DRK auf der Interschutz 201071 Teilnehmer folgten der Podiumsdiskussion am Eröffnungstag, an der das Bundesgesundheitsministerium (BMG) in persona von Staatssekretär Thomas Ilka vertreten war. Auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) folgte der Einladung und entsendete Dr. Werner Kammann. Die Pflegenden wurden bei der Diskussion von Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates, Sabine Schipplick, Präsidentin des Verbandes der Schwesternschaften vom DRK e.V., und Tobias Nowoczyn, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege im DRK-Generalsekretariat, vertreten. Michael Breuckmann moderierte die Diskussion.

Einigkeit herrschte bei allen Diskutanten, dass die generalistische Pflegeausbildung kommen wird. Strittig erschien zunächst die Zugangsvoraussetzung zur Pflegeausbildung. Während Herr Westerfellhaus für eine 12-jährige Schulbildung als Eingangsvoraussetzung plädierte, erklärte Präsidentin Schipplick, dass aus Sicht des Verbandes der Schwesternschaften vom DRK e.V. auch der Realschulabschluss eine gute Qualifizierung sei. Wichtig sei dem Verband der Schwesternschaften, dass es – wie im eigenen Berufslaufbahnkonzept beschrieben – eine entsprechende Durchlässigkeit im Bildungssystem gebe. Dem stimmte auch Herr Westerfellhaus zu.

Es wurde sehr schnell klar, dass die Diskussion um die Vereinheitlichung der Pflegeausbildung unweigerlich mit der Frage der Finanzierung zusammenhängt. Bedauerlich war, dass es kaum Neues aus der Politik zu berichten gab. Trotz vorgestellter Eckpunkte der Pflegereform bliebe vieles unklar, bemängelten die Anwesenden. Dr. Kammann erläuterte zum Stand der Reform der Pflegeausbildung, dass sich die Bund-Länder-Arbeitsgruppe verständigt habe und derzeit Vorschläge für die Finanzierung einer generalistischen Pflegeausbildung erarbeitet werden. Er erwarte diese Vorschläge noch in diesem Jahr. Staatssekretär Ilka ging mit dieser vorsichtigen Einschätzung mit.

Bei der Frage nach der Finanzierung einer generalistischen Ausbildung stellte Herr Nowoczyn fest, dass aus DRK-Sicht auf keinen Fall – wie zurzeit teilweise in der Altenpflege üblich – Schulgeld für Schüler und Umschüler erhoben werden dürfe. Das Plenum stand voll hinter dieser Forderung. Herr Nowoczyn führte weiter aus, dass es bundeseinheitliche Regelungen geben müsse. Er nannte die Fondslösung als eine Möglichkeit, die sich das DRK zur Finanzierung der künftigen Pflegeausbildung vorstellen könne. Präsidentin Schipplick sieht die Ministerien in der Pflicht: Es müsse gewährleistet sein, dass Geld, das für Bildung vorgesehen ist, auch für diese ausgegeben werden muss.

Schnell kam in der Diskussion auch die Problematik eines fehlenden Berufegesetzes auf. Gäbe es ein solches, wäre klar geregelt, wer im Gesundheitssystem welche Aufgaben übernimmt, so Herr Westerfellhaus. Er prangerte jedoch auch die Ministerien an, die Fachexpertise der Berufsverbände bei der Gestaltung der beruflichen Rahmenbedingungen nicht entsprechend eingeholt zu haben. Viele Anwesende stimmten dem zu. Für sie wäre es wünschenswert gewesen, zu einem früheren Zeitpunkt in die Diskussionen zur Reform der Pflegeausbildung eingebunden zu werden.

Quelle: DRK

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