BRK Rettungsdienst: Einsatzleiter hat jetzt eigenes Auto

Bobingen | am 30.01.2012 - 11:45 Uhr | Aufrufe: 2844

Einmal mehr stellen gesetzliche Änderungen den Rettungsdienst und das Rote Kreuz BRK vor neue Aufgaben. Jetzt reagierte der Kreisverband auf die neue Funktion „Einsatzleiter Rettungsdienst“ (ELRD). Denn ehrenamtliche Helfer, die diese Funktion übernehmen wollen, müssen die Ausbildung zum „Rettungsassistenten“ nachweisen können.

BRK Rettungsdienst: Einsatzleiter hat jetzt eigenes Auto

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Bisher übernahmen „Schnelleinsatz-Teams“ der Rot-Kreuz-Gemeinschaften die Koordinierung bei größeren Einsätzen – im südlichen Landkreis die Bereitschaften in Bobingen und Schwabmünchen sowie die Wasserwacht Königsbrunn. Jahrzehntelang sorgten diese ehrenamtlichen Helfer dafür, dass sich die Hilfskräfte nicht noch mit organisatorischen Details befassen mussten. Fragen wie „Wo kann ein Hubschrauber landen? Welche Kliniken können angefahren werden, wenn es mehrere Verletzte gibt?“ soll jetzt der Einsatzleiter Rettungsdienst klären, erläutert Martin Gschwilm, Leiter der Bobinger Bereitschaft.

In Bobingen startete das BRK im November ein Pilotprojekt zur Umsetzung der neuen Vorgaben und zur Neustrukturierung, die ab November 2011 wirksam ist. Dafür wurden ein neues Einsatzfahrzeug und Ausrüstung beschafft – für rund 25000 Euro.

„Im Wesentlichen besteht die Änderung darin, dass der neue ELRD das Einsatzfahrzeug immer mit dabei hat“, berichtet Gschwilm, der Verantwortliche für das Pilotprojekt. So erübrigt sich der Weg zur Bereitschaft, ehe man zum Unfallort fahre. Damit seien auch die nun teilweise längeren Fahrtstrecken durchaus kompensierbar.

Bislang wurde das System knapp drei Monate in Bobingen getestet – mit gutem Erfolg. Nun sollen je ein ELRD Nord (für Gersthofen/Meitingen) und West (für Stadtbergen/Neusäß/Zusmarshausen/Walkertshofen) folgen. „Ab dem heutigen Tag werden wir eine wesentliche Veränderung des Systems im Rettungsdienst einleiten“, erklärte Günther Geiger, Kreisgeschäftsführer des BRK, in Bobingen.

Er bedauerte, dass man künftig auf die vielen Ehrenamtlichen und ihre oft langjährigen Erfahrungen im Rettungsdienst verzichten müsse. Das betonte auch der Kreisvorsitzende und stellvertretende Landrat Max Strehle und meinte: „Wir müssen jetzt schauen, wie wir mit dem neuen System zurechtkommen.“ Die Einsatzstatistik zeige steigende Zahlen in allen Bereichen. So kamen 2011 insgesamt 31523 Einsätze mit 904690 gefahrenen Kilometern zusammen.

„Qualität und Ehrenamt sind doch kein Wiederspruch“, stimmte Bürgermeister Bernd Müller ein. Genau das zeige sich bei der hervorragenden ehrenamtlichen Arbeit des Roten Kreuzes. Er sprach damit auch für seine Bürgermeister-Kollegen Georg Klaußner (Untermeitingen), Hans Biechele (Mickhausen) und Franz Schäfer (Kleinaitingen).

Polizei sichert Unterstützung zu

Auf die vielen Anknüpfungspunkte zwischen Polizei und Rettungsdienst ging der Vizepräsident des Polizei-Präsidiums Schwaben Nord, Werner Strößner, ein: „Es kommt darauf an, Einsatzkräfte und -mittel den Ressourcen entsprechend zu koordinieren.“ Er hält einen zentralen Ansprechpartner am Unfallort auch für die Einsatzkräfte der Polizei für wichtig und sicherte jederzeit Unterstützung zu.

Text- und Bildautor: Anja Fischer

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