Bergwachten im Priental stark gefordert

Zwei intensive Wochen liegen hinter den Bergrettern im Einsatzleitbereich Priental. Lawineneinsatz, Suchaktionen, Bergung von verstiegenen Personen, Rettung von Tourengehern und viele Skiunfälle hielten die Retter in Atem.

Bergwachten im Priental stark gefordertAn der Kampenwand ereignete sich am vergangenen Samstag gegen 15:30 Uhr ein Lawinenabgang. Da zuerst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Personen verschüttet wurden, durchsuchten die Einsatzkräfte die beiden Lawinenkegel systematisch mit Verschütteten-Suchgeräten, Lawinensonden und mit Lawinensuchhunden von Polizei und Bergwacht. Gegen 17:30 Uhr konnte eine Personenverschüttung ausgeschlossen und die Suche beendet werden. Insgesamt waren ca. 40 Bergretter aus Sachrang-Aschau, Samerberg, Wasserburg und Brannenburg im Einsatz.

Eine Woche zuvor erreichte den Einsatzleiter im Priental gegen 16:30 Uhr ein Notruf über zwei vermisste Snowboarder im Kampenwandgebiet. Ein erster Suchflug mit dem Rettungshubschrauber Christoph 14 brachte keine Erkenntnisse. Bei Lawinenwarnstufe 4 musste dann unter hohen Sicherheitsvorkehrungen ein steiler Graben von der Bergstation der Kampenwandbahn bis ins Tal durchsucht werden. Die Spuren der beiden Vermissten konnten bis in sicheres Gelände verfolgt und so ein Unfall ausgeschlossen werden.

Noch während dieses Einsatzes alarmierten zwei in Bergnot geratene Skitourengeher die Bergwacht. Bei der Abfahrt von der Ellandalm verirrten sie sich bei einbrechender Dunkelheit in gefährliches Steilgelände im Bereich des Schoßbaches und konnten weder vor noch zurück. Mithilfe eines Polizeihubschraubers konnten die beiden Skitourengeher in der Nacht lokalisiert werden. Dieser lotste aus der Luft die mit Schneefahrzeugen und zu Fuß anrückenden Einsatzkräfte zu den verstiegenen Tourengehern. Da auf Grund der örtlichen Gegebenheiten und der hohen Lawinenwarnstufe 4 eine terrestrische Rettung nicht möglich war, entschied sich die Einsatzleitung zu einer Bergung aus der Luft. In perfekter Zusammenarbeit bei fast vollkommener Dunkelheit, konnte der Polizeihubschrauber einen Bergretter mit der Rettungswinde an der Einsatzstelle ablassen. Die Verstiegenen wurden aufgewincht und zur medizinschen Abklärung zur Bergrettungswache nach Aschau geflogen.

Ebenfalls mit Hubschrauberunterstützung durch Heli 3 aus Kufstein konnte am Aschermittwoch eine Frau mit einer Sprunggelenksverletzung im Aufstieg zum Spitzstein gerettet werden. Die Einsatzkräfte brachten die Begleiterinnen sicher ins Tal. Über eine dutzend verletzte Skifahrer waren zudem im Laufe der letzten zwei Wochen im Skigebiet Kampenwand und an den Skiliften in Sachrang zu versorgen und zu transportieren.

Quelle: Bergwacht Bayern

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