Besuch einer ukrainischen Rotkreuzdelegation im Kreis Ahrweiler

Zu einem dreitägigen Freundschaftsbesuch reiste am vergangenen Samstag eine Delegation vom Roten Kreuz der Ukraine in den Kreis Ahrweiler. Hier besuchten sie das Auslandshilfeteam vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Kreis Ahrweiler und informierten sich vor Ort über die Besonderheiten im deutschen Gesundheits- und Hilfeleistungssystem. Die Besichtigung der Abtei Maria Laach sowie ein Rundgang durch die Kölner Innenstadt bildeten den kulturellen Teil des Besuchs.

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Das vom DRK-Kreisverband Ahrweiler organisierte Programm während des dreitägigen Aufenthaltes nahm die ukrainische Rotkreuzdelegation sehr wissbegierig an. Ein mitgereister Dolmetscher sorgte für die notwendige Verständigung. Am Beispiel des DRK-Ortsvereins Weibern informierten die Rotkreuzler von der Ahr ihre ukrainischen Gäste über die Rotkreuzarbeit auf Ortsebene. Hier klang auch bei einem gemütlichen Beisammensein der Samstag aus. Am Sonntag besichtigte die Auslandsdelegation am Nürburgring während der internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) einen laufenden Einsatz des ehrenamtlichen Sanitäts- und Rettungsdienstes. Montags wurden im neuen Rotkreuzzentrum in Niederzissen die Sozialarbeit und der hauptamtliche Rettungsdienst vorgestellt. Natürlich bestanden hier, wie bei den anderen Terminen, ausgiebige Besichtigungsmöglichkeiten.

Dankbar und wissbegierig nahmen die Ukrainer das Informationsprogramm an, stellten viele Fragen und ließen sich auch Details erklären. Beeindruckend für die Gäste war mit Blick auf die Materialien, die Fahrzeuge und die Gebäude der Standard, mit dem in Deutschland gearbeitet wird. Hier liegt die Ukraine derzeit noch weit zurück. Aber auch für die Rotkreuzler von der Ahr war der Erfahrungsaustausch höchst informativ. Während das DRK-Auslandshilfeteam, das seit Jahren die Ukrainer in der Region Lutsk mit Hilfsgütertransporten unterstützt, schon durch die jahrelangen Hilfseinsätze gut informiert ist, staunten einige Rotkreuzkameraden, die noch nicht in der Ukraine waren, über einige Aussagen, wie etwa, dass wegen fehlender 70 Euro im Monat zur Deckung von Betriebskosten eine Sozialstation in der Ukraine mit fünf Arbeitsplätzen vor kurzem geschlossen werden musste. Auch ältere Ausstattungsgegenstände wie eine über 20 Jahre alte Trainingspuppe mit deutlichen Abnutzungserscheinungen und kleineren Beschädigungen, die in Deutschland als nicht mehr zeitgemäß eingestuft werden, weckten das Interesse der Ukrainer. Solche Ausstattungs- und Ausbildungsmöglichkeiten existieren noch nicht und so war es nicht verwunderlich, als der Hinweis kam, die Puppe keinesfalls zu entsorgen, sondern lieber bei einem der nächsten Transporte mit in die Ukraine zu bringen.

Nach einem Rundgang durch die Geschäftsstelle des DRK-Kreisverbandes Ahrweiler lud DRK-Kreisvorsitzender Achim Haag die Delegation am Abend vor der Heimreise zum Essen ein. In lockerer Atmosphäre ließ man den Besuch ausklingen und sprach weitere Unterstützungen und mögliche Kooperationen ab. Eins war an dem Abend auch schon klar: Die Delegation des Ukrainischen Roten Kreuzes wird sicherlich noch weitere Termine nutzen, um sich in Deutschland zu informieren, um mit dem dort erworbenen Fachwissen die Rotkreuzarbeit im Heimatland in einigen Bereichen zu verbessern.

Quelle und Bilder: Thorsten Trütgen

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