Damit man sich Zuhause sicherer fühlt

Landsberg | am 05.09.2011 - 10:21 Uhr | Aufrufe: 174

Der Hausnotruf ermöglicht Senioren, länger in den eigenen vier Wänden zu leben.

Damit man sich Zuhause sicherer fühltTrautes Heim, Glück allein – wer kennt nicht dieses bekannte Sprichwort, das besagt, dass es Zuhause doch immer am schönsten ist? Gerade in einer Gesellschaft, in der Durchschnittsalter und Lebenserwartung kontinuierlich ansteigen, ist es für viele Senioren wichtig, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu wohnen: Denn der Erhalt von Selbstständigkeit und gewohntem sozialen Umfeld ist oft gleichbedeutend mit Lebensqualität. Um dies bis ins hohe Alter zu ermöglichen, gibt es mittlerweile zahlreiche Hilfestellungen wie Pflegedienste, betreutes Wohnen oder den Hausnotruf.

Um diesem zu mehr Bekanntheit zu verhelfen, beteiligt sich das Rote Kreuz (BRK) Landsberg ab kommenden Montag, 29. August, an der bayernweiten Aktion „Herbstfrühling“. Dabei soll der Hausnotruf mithilfe von Anzeigen und Broschüren beworben und die Bevölkerung durch Testangebote auf die Vorteile aufmerksam gemacht werden.

„Wir stellen immer wieder fest, dass viele Menschen nicht wissen, dass es dieses Angebot gibt und was sich dahinter verbirgt“, sagt Marianne Asam, Leiterin des Sachbereichs Soziale Dienste beim BRK. Dabei sei der Hausnotruf eine sinnvolle Einrichtung, die es älteren Menschen und solchen mit besonderen Gesundheitsrisiken ermöglicht, weiterhin eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu Hause zu leben, statt in eine Pflegeeinrichtung oder ein Altenheim umziehen zu müssen. Denn wer über das Rufsystem verfügt, brauche bei Unfällen oder in Gefahrensituationen keine Angst zu haben, dass Hilfe ausbleibt.

Sichere Atmosphäre schaffen

Dadurch werde eine sichere Atmosphäre geschaffen, in der man sich wohlfühlen kann. „Das Hausnotrufsystem besteht aus einer Basisstation mit einer Freisprechanlage, die zentral in der Wohnung aufgestellt wird und aus einem Sender, der als Halskette oder als Armband getragen wird“, sagt Asam. Somit kann der Betroffene in einer Notlage jederzeit per Knopfdruck Hilfe rufen. Dabei werde zunächst eine Sprechverbindung mit einem BRK-Mitarbeiter in der Zentrale hergestellt. Der kann auf seinem PC gleich alle relevanten personenbezogenen Informationen wie Adresse, Gesundheitsdaten oder Kontaktpersonen ablesen.

Ein zuvor definiertes, individuelles Protokoll legt fest, was im Notfall passiert: „Es muss ja nicht immer gleich der Notarzt sein der alarmiert wird, sondern es kann sich auch erst einmal um einen Nachbarn oder Verwandten handeln“, sagt Asam. Nur dann, wenn keine Sprechverbindung hergestellt werden könne, gelte die höchste Alarmstufe und es werde ein Rettungswagen an die Adresse geschickt.

Um vor Ort schnell handeln zu können, hinterlegt der Kunde einen Hausschlüssel im Tresor der BRK-Zentrale, der nur über eine anonyme Kennnummer mit der Adresse in Verbindung gebracht werden kann. Für Risikopatienten bietet das System eine weitere Funktion: Wenn sich ein Kunde innerhalb eines vereinbarten Zeitraums nicht von sich aus bei der Zentrale meldet, wird die Hilfsmaschinerie automatisch in Gang gesetzt. Dadurch wird laut Asam ausgeschlossen, dass man beispielsweise nach einem Sturz, hilflos in der Wohnung liegt.

Ohne Angst vor Unfällen

„In der Praxis sieht man, wie sehr die Menschen an ihren gewachsenen Strukturen hängen und mit welchen Verlusten der Umzug in ein Seniorenheim verbunden ist“, sagt Sachbearbeiterin Martina Großwendt. Andererseits müssten sich die Menschen in ihren Wohnungen sicher fühlen. Dementsprechend höre sie von den Kunden immer wieder, dass sie sich seit der Anschaffung des Hausnotrufsystems plötzlich viel mehr zutrauen, ohne ständig Angst vor Unfällen zu haben. Ein weiterer Vorteil sei schließlich, dass sich auch die Verwandten weniger Sorgen um ihre Angehörigen zu machen brauchen. Deswegen werde der Hausnotruf gerade zur Ferien- oder Urlaubszeit häufig den Eltern von ihren Kindern zum Geschenk gemacht, wenn diese verreisen wollen.

Infos: Weitere Informationen zum Hausnotruf gibt es unter Telefon 08191/918815 oder 08191/918812.

Text: Christian Packheiser

Bild: Thorsten Jordan

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