Falschparker: Polizei verteilt Knöllchen an Krankenwagen

In Harburg bekam ein Krankenwagenfahrer einen Strafzettel, weil er direkt vor einer Arztpraxis parkte – und den muss er selbst bezahlen, was rechtlich gesehen korrekt ist. Dennoch würde sich das Rote Kreuz gerne ein wenig mehr Nachsicht von der Polizei wünschen.

An einem Dienstagvormittag ist in der Harburger Innenstadt gewohnheitsmäßig viel los. Parkplätze sucht man da vergeblich. Dennoch muss ein Krankenwagen für einen Krankentransport möglichst nah an eine Arztpraxis heran. So auch in diesem Fall, als ein Wagen des Roten Kreuzes an einer Straßeneinmündung parkt. Die beiden Sanitäter gingen wohl gerade in Richtung Arztpraxis, als schon ein Polizist aufgetaucht sein soll, das Fahrzeug fotografierte und ein Knöllchen an den Scheibenwischer klemmte. Das schockierte einen Passanten wohl sehr, denn er konnte es laut abendblatt.de nicht fassen, dass die Polizei nun schon Strafzettel an einen Rettungswagen verteile.

Fahrer muss Bußgeld selbst bezahlen

Was so gesehen nicht einmal stimmt, denn in diesem Fall handelte es sich um einen Kranken- und keinen Rettungswagen, und außerdem hatte das Fahrzeug Passanten darin behindert, die Straße zu überqueren. Da es sich um keinen Notfall handelte, müsse man da durchgreifen. Denn eine Mutter mit Kinderwagen wäre nicht über die Straße gekommen. Also sind 15 Euro Bußgeld nötig – und die muss der Fahrer selbst bezahlen. Dass das rechtlich gesehen korrekt ist sieht auch das DRK ein. Man würde sich aber doch – auch im Sinne der Patienten – wünschen, dass in solchen Fällen ein wenig mehr Nachsicht seitens der Polizei vorherrsche.

Bild: retter.tv Symbolbild

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