Präsidentin Hannelore Rönsch betont die große Bedeutung der Interkulturellen Öffnung für die Zukunft des DRK

Am 18. Dezember ist der Internationale Tag der Migranten. Im Vorfeld hat das Deutsche Rote Kreuz Landesverband Hessen zu einem Gespräch über die Chancen der Interkulturellen Öffnung eingeladen.

DRK Landesverband Hessen e.V.Dass Deutschland ein Einwanderungs- oder Zuwanderungsland ist, ist allgemein anerkannt. Menschen mit Migrationshintergrund bilden einen bedeutenden Bestandteil unserer Bevölkerung. In Hessen leben ca. 1,49 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund, das sind rund 24 Prozent der hessischen Gesamtbevölkerung. Bei den Kindern unter fünf Jahren sind es 45 Prozent. Diese Entwicklung zeigt, das „Migrationshintergrund“ Teil des Alltags und der Normalität ist.
 
Hannelore Rönsch, Präsidenten des DRK Landesverbandes Hessen erklärte, dass diese Normalität sich zukünftig auch im DRK widerspiegeln muss. „Wir brauchen die Menschen mit Migratrionshintergrund dringend, um unseren Auftrag zu erfüllen, nämlich helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Wir müssen klar machen, dass das Deutsche Rote Kreuz als überkonfessionelle Organisation, die zudem den Grundsätzen der Unparteilichkeit und Neutralität verpflichtet ist, sich wie keine andere Hilfsorganisation eignet, diese Menschen für die Zusammenarbeit zu gewinnen, als Kunden, als Ehrenamtliche, als Mitarbeiter und als Führungskräfte.“
 
Ismail Tipi, CDU-Landtagsabgeordneter und Mitglied im Rechts- und Integrationsausschuss sowie in der Enquetekommission Migration und Integration in Hessen wies vor allem auf die Folgen der demografischen Entwicklung hin. „Wir werden älter, weniger und bunter. In allen Bereichen der Gesellschaft, auch der ehrenamtlichen Arbeit, dürfen sich Bürger und Bürgerinnen mit Migrationshintergrund nicht mehr nur als Zuschauer verstehen, sie müssen mithelfen und mit anpacken.“ Vor dem Hintergrund der ausgeprägten Willkommenskultur in Deutschland appellierte er an die Menschen mit Migrationshintergrund: „Geht ins Ehrenamt, übernehmt Verantwortung!“
 
Riza Yilmaz, Leiter der Abteilung Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Migration und Integration beim DRK Kreisverband Darmstadt-Stadt machte den Unterschied zwischen klassischer Migrationsarbeit und gelebter Interkultureller Öffnung deutlich. „Interkulturelle Öffnung kann sich nicht darin erschöpfen, Menschen mit Migrationshintergrund vermehrt als Kunden zu gewinnen, etwa beim Hausnotruf oder in der Altenpflege. Um wirklich Bedingungen für eine umfassende und gleichberechtigte Partizipation diesen Menschen zu ermöglichen, braucht es einen systematischen und zielgerichteten Prozess der Organisations- und Personalentwicklung.“ In diesem Sinne müsse Interkulturelle Öffnung zuallererst auch als Leitungsaufgabe verstanden und von dort in alle Bereiche, in denen das DRK tätig ist, getragen werden.
 
Diesen komplexen Prozess möchte der DRK Landesverband weiter vorantreiben. Interkulturelle Öffnung soll nicht verordnet, sondern immer stärker zu einem selbstverständlichen Teil der Beratungsarbeit des Landesverbandes für seine Kreisverbände werden. Ob bei der Planung einer Kindertagesstätte oder im Bereich der Altenpflege, ob im Katastrophenschutz oder bei der Aus- und Weiterbildung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. "Nur so", erklärte Hannelore Rönsch, "kann sich Interkulturelle Öffnung bis in die Kreis- und Ortsverbände des DRK durchsetzen."
 
Seit Februar 2011 gibt es beim DRK Landesverband Hessen eine Verantwortliche für den Bereich Integration und Interkulturelle Öffnung.Sie bietet Fachberatung bei:

  • Unterstützung bei der interkulturellen Öffnung des Verbandes
  • Seminare zur interkulturellen Kompetenz, auch als Inhouse-Veranstaltung in den DRK Kreisverbänden
  • Beratung und Coaching für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Fachberatung für der Planung von Migrationsangeboten
  • Projektentwicklung und prozesshafte Begleitung für Prozesse und Modellprojekte
Bilder und Videos zu diesem Beitrag
Das könnte Sie auch interessieren
DRK Landesverband Hessen e.V.
Der erste Friedensnobelpreis vor 110 Jahren ging an Henry Dunant, Ideengeber und Mitbegründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und Initiator der Genfer Konventionen. Diese ... mehr
am 12.12.2011 09:23
von DRK Landesverband Hessen e.V.DRK Landesverband Hessen e.V.     
Im Rahmen des Projekts „Deine Feuerwehr – Unsere Feuerwehr! Für ein offenes Miteinander“ des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) haben Feuerwehrangehörige mit und ohne ... mehr
am 20.03.2012 10:33
von Deutscher FeuerwehrverbandDFVlogo     
Um diese Funktion zu nutzen,
müssen Sie ein registriertes Mitglied von retter.tv sein.

Sie wollen aktiv an retter.tv teilnehmen, dann melden
Sie sich jetzt kostenlos an.

weiter zur Anmeldung