„Gaffen ist menschenverachtend“: Hartmut Ziebs über ein Konzept gegen Schaulustige

Der Bundesrat beriet sich vergangenen Freitag über eine Strafrechtsverschärfung zur Bestrafung von Gaffern. Das sei laut Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), „ein Schritt in die richtige Richtung“. Das Problem sei dadurch aber nicht gelöst. Ein ganzheitliches Konzept müsse her.

DFVlogo„Die Bundesratsinitiative zum ‚Gaffer-Gesetz‘ ist ein Schritt in die richtige Richtung, löst aber das Problem nicht“, konstatiert Hartmut Ziebs in einer Pressemitteilung des DFV. Niedersachsen stellte den Antrag dazu, in dem die Einführung eines komplett neuen Paragraphen zur Ahndung der Behinderung von Einsätzen und Einsatzkräften vorgesehen ist. Außerdem soll das Fotografieren von verstorbenen Unfallopfern unter Strafe gestellt werden – und das erstmals in Deutschland.

„Schluss mit der Schaulust!“

Ziebs erklärt, dass allen Menschen klar sein müsse, dass Gaffen menschenverachtend sei. „Wir brauchen eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung für das Leid von Unfallopfern – da besteht Nachhilfebedarf.“ Deshalb seien Gesetzesänderungen zwar eine sinnvolle Maßnahme, sie reichen aber alleine nicht aus, ergänzt der Verbandspräsident.

Ein ganzheitliches Konzept muss her

Nun will der DFV zu einem Runden Tisch zur Problematik einladen. Hier soll gemeinsam ein Konzept gegen Gaffer erarbeitet werden. Geladen werden sollen Verantwortliche aus der Politik, dem Bevölkerungsschutz, den Strafverfolgungsbehörden und den Medien.

retter.tv interviewte Hartmut Ziebs in einem Live-Interview ebenfalls zum Thema. Hier ist das gesamte Gespräch:

Quelle: Deutscher Feuerwehrverband

Bild: retter.tv Symbolbild

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