100 Minuten Frist: Sichtschutzwände überhaupt sinnvoll?

Nordrhein-Westfalen | am 04.05.2015 - 12:12 Uhr | Aufrufe: 1124

Ohne Zweifel, Gaffer sind ein großes Problem im Einsatz. Nordrhein-Westfalen möchte diesem Problem nun mit mobilen Sichtschutzwänden begegnen. Doch wie sinnvoll ist das, angesichts der doch recht langen Frist von 100 Minuten, in denen die Wände aufgestellt sein müssen?

Symbolbild BlaulichtIn NRW setzt man in der Zukunft auf mobile Sichtschutzwände, um das leidige Problem mit Gaffern an Unfallstellen zu lösen. Zwei Meter sind sie hoch und können bis zu 100 Meter Länge aufgereiht werden. Die Wände sind trotz mehrerer Windöffnungen blickdicht und können somit auch bei starken Winden aufgestellt werden. Doch da die Wände nicht bei jeder Straßenmeisterei deponiert werden, sondern nur bei bestimmten, dauert es in dem großen Bundesland eine Weile, bis die Wände am Ort des Geschehens sind und zum Einsatz kommen können. 100 Minuten ist die maximale Frist. Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob dann nicht schon der ganze Einsatz gelaufen ist, ob die Wände dann überhaupt gebraucht werden.

Gaffer wollen Action sehen und filmen

Denn was Gaffer sehen wollen, ist zumeist ja doch echtes Einsatzhandeln: die Rettung von eingeklemmten Personen, sogar die Bergung von Toten oder beispielsweise das Löschen von Bränden. All das spielt sich in der Regel ja bereits in den ersten 100 Minuten nach einem Unglück ab. Doch solange kann es unter Umständen auch dauern, bis die Sichtschutzwände aufgestellt sind. Das bedeutet, bei einem Akuteinsatz können die mobilen Barrieren gar nicht vor Gaffern schützen. Einsätze, wie die Bergung eines Lastwagens oder das Aufräumen einer Unfallstelle, können mit den Sichtschutzwänden allerdings schon abgeschirmt werden, ein erster Schritt in die richtige Richtung gegen Gaffer ist also getan. Doch müssen vermutliche noch weitere folgen - am besten von den Schaulustigen selbst, die gar nicht erst zu solchen werden.

Bild: retter.tv Symbolbild

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