Bewährungsstrafe: Wehrleiter aus Storkow wegen Nötigung verurteilt

2009 wurde Storkows Wehrleiter wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt. Er soll einen Mitarbeiter eines privaten Rettungsdienstes daran gehindert haben, einem Unfallopfer zu helfen. Das Verfahren wurde eingestellt. Doch der Feuerwehrmann wurde erneut angeklagt – diesmal wegen Nötigung.

Im Jahr 2009 kam es zu einem Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung: Ein Feuerwehrmann wurde angeklagt, einen Mitarbeiter eines privaten Rettungsdienstes daran gehindert haben, einem Unfallopfer zu helfen. Doch das Verfahren wurde im Frühling 2010 eingestellt. Doch der Mitarbeiter des privaten Rettungsdienstes lies nicht locker und erhob erneut Anklage – diesmal wegen Nötigung.

Seinen Beginn nahm das Ganze im März 2009. In der Nähe von Storkow kam ein Auto von der Straße ab und überschlug sich. Ein Notruf wurde getätigt und die Rettungskette lief an. Gleichzeitig bemerkte ein Autofahrer ein Rettungsfahrzeug auf der Straße:  Der Chef eines privaten Rettungsdienstes aus Storkow, Michael Thieme, war auf dem Weg in eine Werkstatt. Der Autofahrer hielt ihn an und unterrichtete den Rettungsdienst-Chef von dem Unfall.

Wehrleiter lässt Rettungssanitäter nicht zu Unfallopfer

Als Thieme den Unfallort erreichte, traf auch der Wehrführer der Storkower Wehr gerade ein. Der Einsatzleiter machte dem Rettungssanitäter schnell deutlich, dass seine Hilfe hier nicht benötigt werde. Der Grund: Ein First-Responder-Fahrzeug der Feuerwehr sei bereits in Anfahrt.

Versagte der Wehrleiter die Hilfe?

Der Anwalt des Angeklagten bestätigte zwar, dass der private Dienstleister vor den Firt-Responder-Kräften am Unfallort war und auch, dass der Wehrleiter ihm entgegengetreten sei. Doch der Rechtsanwalt betonte auch, dass die First-Responder in weniger als einer Minute am Unfallort eintrafen. Mit der Abweisung des Rettungssanitäters Thieme habe der Storkower Wehrleiter der verletzten Fahrerin der verunfallten Wagens also keinesfalls die Hilfe versagt.

Verletzte musste Streit mit ansehen

Doch ob diese Angaben wirklich korrekt sind, steht in Frage. Das Unfall-Opfer meint sich zumindest zu erinnern, dass das First-Responder-Fahrzeug erst nach mehreren Minuten eintraf. Bis dahin musste die Verletzte die Auseinandersetzung zwischen dem privaten Dienstleister und dem Wehrleiter verfolgen.

Schulig gesprochen wegen Nötigung

Nachdem die Anklage auf unterlassene Hilfeleistung im Frühling 2010 abgewiesen wurde, erhob Thieme erneut Anklage – diesmal wegen Nötigung. Vor wenigen Tagen wurde das Urteil verkündet und der Angeklagte wegen Nötigung schuldig gesprochen. Der Wehrleiter wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Wehrleiter wäre weisungsbefugt gewesen

Der Anwalt des Angeklagten ist dennoch überzeugt, dass sein Mandant nicht gesetzwidrig gehandelt habe. Er beruft sich unter anderem auf das Brand- und Katastrophenschutzgesetz in Brandenburg. Darin ist festgelegt, dass die Einsatzkräfte vor Ort dem Einsatzleiter der zuständigen Feuerwehr unterstehen. Der Wehrleiter wäre in diesem Fall also weisungsbefugt gewesen.

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Bild: retter.tv Archivbild

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