Brand im Senioren-Wohnpark Arnsberg fordert ein Menschenleben

Klosterstraße, Arnsberg | am 18.10.2013 - 22:57 Uhr | Aufrufe: 3559

Arnsberg. Ein Brand im Senioren-Wohnpark auf dem Arnsberger Klosterberg hat in der Nacht vom 18. auf den 19. Oktober ein Menschenleben und 13 Verletzte gefordert. Unter den Verletzten befand sich auch ein Feuerwehrmann, der im Zuge der Rettungsarbeiten jedoch glücklicherweise nur leicht verletzt wurde und nach ambulanter Versorgung durch den Rettungsdienst vor Ort wieder entlassen werden konnte.

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Um 22:57 Uhr alarmierte die Feuerwehr-Leitstelle in Meschede die Hauptwachen Neheim und Arnsberg, den Basislöschzug 2 der Arnsberger Feuerwehr, bestehend aus dem Löschzug Arnsberg sowie den Löschgruppen Breitenbruch und Wennigloh, sowie den Rettungsdienst, da die Brandmeldeanlage des Senioren-Wohnparks Arnsberg Alarm gegeben hatte. Die ersten Einsatzkräfte stellten vor Ort schnell fest, dass es im Bereich der Station 4 im 2. Obergeschoss der Wohnanlage zu einem Brand gekommen war, durch den die Flucht- und Rettungswege bereits stark verraucht und damit zunächst unpassierbar waren. Für die Bewohner dieser und der umliegenden Stationen bestand somit akute Lebensgefahr. Daher veranlasste der Einsatzleiter umgehend die Nachalarmierung massiver Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen und Technischem Hilfswerk, da zum Schutz der betagten und zum Teil pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohner gezielte Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet werden mussten. Der Fernmeldedienst der Arnsberger Feuerwehr wurde zur Koordination der Kommunikation an der Einsatzstelle alarmiert, ebenso der Einsatzführungsdienst der Stadt-Wehr und der stellvertretende Kreisbrandmeister des Hochsauerlandkreises Werner Franke, der die Gesamt-Einsatzleitung übernahm.

Mehrere Atemschutztrupps bringen den Brand schnell unter Kontrolle

Durch den Einsatz mehrerer Trupps unter schwerem Atemschutz konnte der eigentliche Brand schnell unter Kontrolle gebracht werden. Um vor Ort langfristig über genügend Löschwasser verfügen zu können und damit auf eine etwaige Lageverschärfung umgehend reagieren zu können, wurde von der Feuerwehr eine Wasserversorgungsleitung über mehrere hundert Meter von der Ruhr aus gelegt.

Patiententransportzug alarmiert


Nun lag das Augenmerk auf der Lüftung und der Evakuierung der von dem Brand betroffenen Station. Zahlreiche weitere Trupps gingen unter schwerem Atemschutz in das Gebäude vor und begannen mit der Evakuierung. Da die Einsatzleitung zu diesem Zeitpunkt nicht ausschließen konnte, dass eventuell das gesamte Gebäude geräumt werden muss, wurde zusätzlich zu den zahlreichen kreisübergreifend alarmierten oder bereits eingetroffenen Rettungsmitteln ein sogenannter Patiententransportzug des Kreises Soest mit 4 Krankentransportwagen und 4 Rettungswagen alarmiert und in Marschbereitschaft versetzt. Dieser wurde letztlich glücklicherweise jedoch nicht benötigt.

Evakuierte Personen in nahegelegenes Klostergebäude verbracht

Die aus dem Gebäude geretteten Personen wurden einer Patienten-Sammelstelle zugeführt, die in den Räumen der benachbarten alten Klosteranlage eingerichtet wurde. Dort wurden durch sieben Notärzte und Mannschaften der Schnellen Einsatzgruppen (SEG’en) des Malteser Hilfsdienstes und des Deutschen Roten Kreuzes insgesamt 13 Patientinnen und Patienten behandelt, davon eine schwerverletzte Person. Eine weitere Person war zum Zeitpunkt ihrer Evakuierung bereits bewusstlos. Umgehend eingeleitete Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, so dass sie noch vor Ort verstarb. Die Verletzten wurden im weiteren Einsatzverlauf in umliegende Krankenhäuser transportiert.

Psychosoziale Unterstützung des Hochsauerlandkreises

Zwischenzeitlich am Brandort eingetroffene Angehörige der Bewohnerinnen und Bewohner, Pflege-Personal und auch einige Einsatzkräfte wurden vom Team der psychosozialen Unterstützung (PSU) des Hochsauerlandkreises betreut, das allein mit 10 Kräften vor Ort war und damit wohl einen seiner größten Einsätze der letzten Zeit zu bewältigen hatte.

Technische Komponenten der Brandmeldeanlage beschädigt

Als problematisch erwies sich die Tatsache, dass die technischen Komponenten der Brandmeldeanlage durch die Brandeinwirkungen beschädigt worden waren und kurzfristig nicht wieder einsatzbereit gemacht werden konnten. Um aber den Schutz der auf den nicht betroffenen Stationen verbliebenen Personen bis zur Reparatur der Brandmeldeanlage gewährleisten zu können, wurden in Absprache mit der Leitung des Senioren-Wohnparks einige Bewohnerinnen und Bewohner der unmittelbar über dem Brandort gelegenen Station in andere Bereiche umquartiert. Die restlichen dort untergebrachten Personen wurden in das Arnsberger Krankenhaus transportiert. Zudem wurde für diesen Zeitraum die Zahl der Pflegekräfte in der Senioren-Wohnanlage erhöht, um den Ausfall der Brandmeldeanlage zu kompensieren.

Bürgermeister Hans-Josef Vogel persönlich vor Ort


Die Einsatzleitung unterteilte den Schadensort im Laufe der Rettungsarbeiten in die drei Einsatzabschnitte „Brandbekämpfung und Menschenrettung“, „Wasserversor-gung“ sowie „Rettungsdienst“ mit Patienten-Sammelstelle und Patiententransport. In diesen drei Abschnitten waren in der intensivsten Einsatz-Phase insgesamt 242 Rettungskräfte mit 50 Fahrzeugen eingesetzt. Der Leiter des städtischen Fachbereichs „Allgemeine und soziale Bürgerdienste“, Helmut Melchert, koordinierte die Unterbringung der Betroffenen und ihrer Angehörigen vor Ort. Zudem machte sich Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel persönlich ein Bild von den Rettungsarbeiten.

Brandwache bis 04:00 Uhr, etliche Einsatzkräfte vor Ort

Um 01:50 Uhr wurden die Feuerwehr-Einheiten bis auf den Löschzug Arnsberg aus dem Einsatz herausgelöst. Die letzten betroffenen Personen waren dann gegen 03:15 Uhr aus dem Bereich der Schadensstelle abtransportiert, so dass auch die übrigen Kräfte vom Einsatzort in ihre Standorte abrücken konnten. Eine Brandwache des Löschzugs Arnsberg verblieb noch bis 04:00 Uhr vor Ort.

Im Einzelnen waren die nachstehenden Hilfeleistungs-Organisationen mit folgenden Ressourcen im Einsatz:
Feuerwehr: 122 Kräfte mit 21 Fahrzeugen.
Technisches Hilfswerk: 31 Kräfte mit 5 Fahrzeugen.
Rettungsdienst: 24 Kräfte mit 12 Fahrzeugen.
Deutsches Rotes Kreuz: 57 Kräfte mit 10 Fahrzeugen.
Malteser Hilfsdienst: 8 Kräfte mit 2 Fahrzeugen.

SUMME: 242 Kräfte mit 50 Fahrzeugen.

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