Digitales Rettungsdatenblatt für jedes Fahrzeug direkt aus der Leitstelle an den Einsatzort

Rettungsdatenblätter sind bei Unfällen im Straßenverkehr eine große Erleichterung für die Rettungskräfte. Seit dem 1. Februar haben nun alle Leitstellen in Deutschland theoretisch die Möglichkeit auf über 1.100 unterschiedliche Rettungsdatenblätter zuzugreifen.

ADAC-Rettungskarte: Helfer darf nicht unter Spannung stehenMuss die Feuerwehr bei einem Verkehrsunfall technische Hilfe leisten und zum Beispiel das Fahrzeug mit hydraulischem Rettungsgerät öffnen, ist ein Rettungsdatenblatt eine große Unterstützung. Darin finden die Einsatzkräfte alle wichtigen Angaben, wie zum Beispiel die Position der Airbags oder auch der Batterie. Durch diese Informationen kann die Rettung zügiger und sicherer, vor allem für die Einsatzkräfte, erfolgen. Bisher haben nur manche Autofahrer ein Rettungsdatenblatt ihres PKW hinter der Sonnenblende. Eine neue Software soll diese nun komplett überflüssig machen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA), der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) und der ADAC haben eine entsprechende Software-Lösung vorgestellt, mit der Rettungskräfte das passende Rettungsdatenblatt für nahezu jedes Pkw-Modell anfordern können. ADAC-Präsident Peter Meyer verwies auf die Bedeutung der Rettungskarte für die Autofahrer und die Retter: "Mit der digitalen Rettungskarte als Weiterentwicklung der erfolgreichen Papierversion gehen wir gemeinsam einen großen Schritt in die richtige Richtung. Künftig lassen sich alle erforderlichen Informationen elektronisch direkt an die Unfallstelle übermitteln und so eventuell entscheidende Augenblicke bei der Rettung von Unfallopfern gewinnen."

Leistelle hat Zugriff auf Rettungsdatenblätter

Mit der Software "SilverDAT FRS" hat die Leitstelle die Möglichkeit auf die Datenbank des Kraftfahrtbundesamtes zuzugreifen, über das Kennzeichen bekommt die Leitstelle automatisch die Information, um welches Fahrzeugmodell es sich handelt. Die Software zeigt auf den Monitoren der Leitstelle dann das passende Rettungsdatenblatt, das anschließend auf ein mobiles Endgerät der Feuerwehr – etwa einen Laptop oder einen Tablet-PC zur Einsatzstelle geschickt werden kann. Diese Abfrage dauert nur wenige Sekunden und in der DAT-Software sind über 1.100 verschiedenen Fahrzeugmodellen unterschiedlichster Hersteller und Baujahre erfasst. Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: "Wenn es zum Unfall kommt, zählt jede Minute. Die Rettungskräfte brauchen so schnell wie möglich alle wichtigen Informationen, um die Insassen sicher aus ihrem Fahrzeug zu befreien. Ich habe dafür die Kraftfahrzeugzulassungsverordnung so ändern lassen, dass die Rettungsleitstellen beim KBA die notwendigen Daten zur Identifizierung des Fahrzeuges abfragen können. Durch den direkten Draht nach Flensburg verhindern wir lebensgefährliche Verzögerungen. Das digitale Rettungsdatenblatt ist ein großer Schritt, um am Unfallort schneller und gezielter helfen zu können – und damit ein großer Schritt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr." VDA-Präsident Matthias Wissmann betonte: "Die neue Rettungsdatenblatt-Software ist ab sofort verfügbar. Jetzt kommt es darauf an, dass die Rettungsleitstellen in Deutschland die Software bestellen und installieren.
Weitere Informationen zur neuen Software sind im Internet auf den Seiten der DAT abrufbar: http://www.dat.de/angebote/informationssysteme/silverdat-frs-feuerwehr-rettungsdatenblatt-system.html

Bild: retter.tv Archivbild

 

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