Digitalfunk in Hessen - Grüne kritisieren: "Klappt noch lange nicht"

Wiesbaden | am 09.02.2013 - 09:46 Uhr | Aufrufe: 1727

Die Landtagsfraktion der Grünen im Hessischen Landtag kritisiert die Verzögerungen und Schwierigkeiten bei der Einführung des Digitalfunks in Hessen. Insbesondere bei der Nutzung des Digitalfunks mit Atemmasken und in geschlossenen Objekten bestünden weiterhin Schwierigkeiten.

Digitalfunk SymbolbildVerzögerungen und immer neue Schwierigkeiten bei der Einführung des Digitalfunks für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in Hessen kritisiert die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90 /DIE GRÜNEN.

Probleme mit dem Digitalfunk in geschlossenen Objekten

Auf den Dringlichen Berichtsantrag von SPD und GRÜNEN im Innenausschuss hatte Innen-Staatssekretär Westerfeld eingeräumt, dass insbesondere bei der Nutzung des Digitalfunks mit Atemmasken und in geschlossenen Objekten weiterhin Schwierigkeiten bestünden.

Hessen gibt über 262,5 Millionen Euro für den Digitalfunk aus

„Die Einführung des BOS-Digitalfunk wurde 2005 beschlossen, bis Ende kommenden Jahres wird Hessen dafür über 262,5 Millionen Euro ausgegeben haben – und noch immer hat das Innenministerium Einführungsprobleme. Das ist eine unendliche Geschichte. Neben den aus der Presse bekannten Störungen  in Niedernhausen hat der Staatssekretär auch Fehlermeldungen der Feuerwehren in Bald Schwalbach und Frankfurt am Main eingestanden“, berichtet Jürgen Frömmrich, innenpolitischer Sprecher der GRÜNEN. „Dass das Innenministerium Polizei und Feuerwehren empfiehlt, im Einsatz stets auch den althergebrachten Analogfunk als Sicherheit aufrecht zu erhalten, ist acht Jahre nach dem Beschluss zur Digitalfunkeinführung kein beeindruckendes Bild. Der Digitalfunk wird gerade deshalb eingeführt, um die Kommunikation zu verbessern und das Zusammenschalten von verschiedenen Hilfeleistern im Brand- und Katastrophenschutz mit Rettungsdiensten und Polizei zu ermöglichen. Selbst wenn Niedernhausen nicht offizielle Testkommune des Landes war, muss doch festgestellt werden, dass durch nicht funktionierende Technik eine Gefahr für die Rettungskräfte gegeben war.“

Hinweis auf die Zuständigkeit der Bauaufsichtsbehörden

Frömmrich weist zudem darauf hin, dass die Planung von Digitalfunk in geschlossenen Objekten noch nicht überzeugend sei. „Insbesondere bei Hochhäusern, Tiefgaragen und anderen Sonderbauwerken werden noch erhebliche Schwierigkeiten auf uns zukommen, das ist jetzt schon absehbar. Und die Verantwortung für solche Objekte jetzt mit dem Hinweis auf die Zuständigkeit der Bauaufsichtsbehörden den Kommunen vor die Tür zu schieben – wie es Staatssekretär Westerfeld versucht –, löst keine Probleme und soll nur von der eigenen Verantwortung und den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken.“

Quelle: Pressestelle der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag

Bild: retter.tv Archivbild

Hinterlegte Stichworte (Tags)
Bilder und Videos zu diesem Beitrag
Das könnte Sie auch interessieren
Rebellion gegen BOS-Funkmast
Ein riesiger Funkmast soll an der Verbindungsstraße zwischen Meringerzell und Reifersbrunn aufgestellt werden. So verlangt es zumindest ein Gutachten der Firma Telent, die im Auftrag des ... mehr
am 23.02.2010 09:24
von retter.tvretter.tv user logo     
Bei Testbohrungen für eine Geothermie-Anlage für einen Anbau des hessischen Finanzministeriums wurde am 5. November gegen 21 Uhr eine unter Druck stehende Wasserblase getroffen. Der unterirdische ... mehr
am 05.11.2009 21:00
von Daniel Kempf
Um diese Funktion zu nutzen,
müssen Sie ein registriertes Mitglied von retter.tv sein.

Sie wollen aktiv an retter.tv teilnehmen, dann melden
Sie sich jetzt kostenlos an.

weiter zur Anmeldung