Dürfen Tragkraftspritzenfahrzeuge bald nicht mehr ausrücken?

Münster | am 26.11.2012 - 11:15 Uhr | Aufrufe: 1067

In einem Tragkraftspritzenwagen finden nicht nur bis zu sechs Einsatzkräfte Platz, sondern auch jede Menge Ausrüstung und natürlich die Tragkraftspritze. Doch genau darin liegt das Problem.

Symbolbild FeuerwehrViele Freiwillige Feuerwehren in Deutschland haben Tragkraftspritzenfahrzeuge in ihrem Fuhrpark, doch in Zukunft könnte das für diese Wehren zum Problem werden. Das ursprüngliche Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) besitzt keinen eigenen Wassertank, es ist ein Transporter, der mit einer Ausrüstung zur Brandbekämpfung ausgestattet ist und die portable Feuerlöschkreiselpumpe im Gepäck hat. Doch die Art des Fahrzeugaufbaus steht schon seit vielen Jahren in der Kritik. Im Fahrzeuginneren sind die Sitzplätze der Mannschaft nicht ausreichend von der Ausrüstung getrennt. Im Falle eines Unfalls, besteht somit eine große Gefahr für die Insassen.

Stehen Tragkraftspritzwagen vor dem Aus?

Schon seit rund 10 Jahren sind Gutachten bekannt, die die Gefahr für die Einsatzkräfte im Tragkraftspritzenwagen bescheinigen. Bisher wurde auf diese Gutachten wenig reagiert. Kürzlich hat nun das Technische Kompetenzzentrum der Feuerwehr aus Münster erneut auf die Gefahr hingewiesen. In einer Untersuchung wurde dort festgestellt, dass Einsatzkräfte im Tragkraftspritzenwagen nicht ausreichend geschützt sind. Deshalb werden nun bei der Feuerwehr Münster die Tragkraftspritzenfahrzeuge ausschließlich als Mannschaftstransportfahrzeuge genutzt. Die Wehr in Bad Sassendorf führt die Ausrüstung nun separat in einem Anhänger mit sich, um die Sicherheit auch im Falle eines Unfalls zu gewährleisten.

Tragkraftspritzenfahrzeuge werden zur Belastung für Feuerwehren

Neben den Wehren in Bad Sassendorf und Münster haben auch andere Feuerwehren reagiert und eigene Lösungen für das Sicherheitsproblem gesucht. Zum Teil werden nun die Ausrüstungsgegenstände zusätzlich gesichert oder die Fahrer dazu angehalten vorsichtiger zu fahren. Auf jeden Fall ist klar, dass die Situation mit den Tragkraftspritzenfahrzeugen so nicht gelöst ist. Für die Wehren bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft unbürokratische Lösungen finden lassen denn ein Verbot für Tragkraftspritzenfahrzeuge könnte gerade kleine und finanzschwache Wehren in große Schwierigkeiten bringen.

Mehr zu dem Problem mit den Tragkraftspritzenfahrzeugen lesen Sie hier

Bild: retter.tv Archivbild

 

 

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