Erhöhte Gefahr: Ist Krebs ein Berufsrisiko für Feuerwehrleute?

Deutschland | am 01.12.2014 - 08:02 Uhr | Aufrufe: 662

Feuerwehrleute sind in ihrem Beruf mit zahlreichen Risiken konfrontiert. Eines davon verfolgt sie noch jahrelang weiter: der Krebs. Doch kann man die tückische Krankheit tatsächlich als Berufsrisiko für Feuerwehrleute einstufen? Eine neue Studie aus den USA deutet zumindest darauf hin.

Wenn Feuerwehrleute zum Einsatz gerufen werden, dann begeben sie sich häufig in Lebensgefahr. Wenn dichter, schwarzer Rauch aus einem Brandobjekt quillt, müssen die Kameraden trotzdem zum Brandort vordringen. Geschützt werden sie dabei von Atemschutzgeräten und ihrer Einsatzkleidung. Doch offenbar geht dieser Schutz nicht weit genug.

20% höheres Krebsrisiko bei Feuerwehrleuten

Wie die Lübecker Nachrichten berichten, hat eine neue Studie aus den USA, für die seit 2009 die Daten von knapp 30.000 Feuerwehrmännern und -frauen analysiert wurden, festgestellt, dass das Krebsrisiko für Feuerwehrleute 20% höher ist als bei anderen Bevölkerungsgruppen. Die häufigsten Krebsarten sind demnach Hoden- und Prostatakrebs bzw. Gebärmutterhalskrebs, Lungenkrebs, Schilddrüsenkrebs und Leukämie.

Giftige Stoffe werden über Haut und Atemwege aufgenommen

Bei Bränden werden häufig, so die Zeitung weiter, giftige Stoffe wie Asbest, Dioxin oder Blausäure freigesetzt. Diese feinen Partikel schwirren durch die Luft und legen sich dann auf die Einsatzkleidung der Kameraden. Ein Umstand, der vor allem bei der Lübecker Feuerwehr für Bedenken sorgt. Denn die Feuerwehrleute, berichten die Lübecker Nachrichten weiter, lassen ihre Einsatzkleidung an, bis sie wieder in der Wache sind. Und gefährden so ihre Gesundheit zusätzlich. Denn je länger die Kameraden in Kontakt mit der kontaminierten Kleidung sind, desto größer ist auch das Risiko, dass die giftigen Stoffe in den Körper gelangen - und dort vielleicht noch Jahre später zu einer tödlichen Gefahr werden. Eine Möglichkeit, um das Krebsrisiko zu minimieren, wäre es, die Einsatzkleidung gleich am Einsatzort zu wechseln, heißt es weiter. Doch dann müsste auch das Personal aufgestockt werden, um die verunreinigte Einsatzkleidung vor Ort abzuholen. Insgesamt, so die Zeitung weiter, habe sich die Situation der Einsatzkräfte aber bereits verbessert, da die Sicherheitsbestimmungen in den letzten zehn Jahren deutlich verschärft wurden.

Bild: retter.tv Symbolbild

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