Erklärung der Feuerwehr Bad Aibling

Bad Aibling | am 26.02.2016 - 11:20 Uhr | Aufrufe: 1557

Nach den Berichten über den Streit zwischen der Feuerwehr Bad Aibling (retter.tv berichtete) und dem Stadtrat hat sich nun die Feuerwehr mit einer Erklärung zu Wort gemeldet:

Erklärung der Feuerwehr Bad Aibling:


"Die Feuerwehr Bad Aibling distanziert sich nicht von der aktuellen Presseentwicklung, wir möchten nur Folgendes klarstellen:

Es ist nicht im Sinne und im Interesse der Feuerwehr Bad Aibling, dass die aktuelle Berichterstattung auf Kosten der Opfer, Verletzten und Angehörigen des Zugunglücks vom 09.02.2016 ausgetragen wird.

Davon distanzieren wir uns entschieden!

Den Opfern, Verletzten und Angehörigen gilt unser tiefstes Mitgefühl.

Die Feuerwehr Bad Aibling möchte heute Abend respektvoll der Schweigeminute und dem Eintrag in das städtische Kondolenzbuch im Rathaus Bad Aibling beiwohnen. Aus Respekt gegenüber den Opfern und Verletzten sowie deren Angehörigen bitten wir von Presseanfragen abzusehen.

Hier ist die Sichtweise der Feuerwehr Bad Aibling:

Es gab in der längeren Vergangenheit immer wieder massivste Probleme zwischen einzelnen Stadträten und der Feuerwehr Bad Aibling auf kommunalpolitischer Ebene. Die am Zugunglück beteiligten Einsatzkräfte sind größtenteils immer noch ausgebrannt – physisch und auch psychisch am Limit.

Das Verhalten und das fehlende Feedback seitens einzelner Stadträte in den letzten Jahren, sowie die aktuellen Aussagen und Forderungen eines Stadtrates machen eine Reaktion der Feuerwehr unumgänglich.

Es wurde seitens der Feuerwehr mehrmals, zuletzt 2015 beim Bürgermeister vorgesprochen, um eine adäquate Lösung der Probleme zu finden. Leider ohne Erfolg. Trotz mehrfacher Bekräftigung der Dringlichkeit der Lage kam es zu keiner Reaktion seitens der Stadt.

Wir, die Freiwillige Feuerwehr Bad Aibling, sind nicht mehr bereit auf dieser Ebene unsere Aufgaben weiter zu übernehmen.

Auch diese Woche wurde wieder ein Versuch unternommen, mit dem Ersten Bürgermeister Felix Schwaller und dem Fraktionssprecher der CSU Erwin Kühnel eine Lösung für dieses Problem zu finden. Ebenfalls wurden durch einen Mediator der Feuerwehr Gespräche mit einzelnen Stadträten gesucht und geführt. Es wurde sachlich von beiden Seiten argumentiert. Die Feuerwehr Bad Aibling hat zwei einfache Forderungen an den Bürgermeister sowie den anwesenden Stadtrat gestellt. Zum einen wird gefordert, dass der Federführende Kommandant gemäß dem Feuerwehrgesetz ausschließlich der Ansprechpartner für die Stadt und die Stadträte in allen Belangen der Feuerwehr ist. Zum anderen bezieht sich die Forderung auf den respektvollen Umgang mit der Feuerwehr und deren Vertreter.

Bis jetzt wurden dazu nur unzureichende bzw. nicht akzeptable Lösungen von seitens der Stadt angeboten.

Wir, die Feuerwehr Bad Aibling, sind uns unserer Aufgabe durchaus bewusst. Darüberhinaus sind wir immer bemüht, unsere Aufgaben nicht nur nach bestem Wissen und Gewissen, sondern auch mit größtmöglichem Engagement und Sachverstand zu bewältigen.

Oftmals werden wir jedoch auf kommunalpolitischer Ebene von einzelnen Personen ausgebremst, hingehalten oder wie zuletzt gar nicht mehr angehört.

Wir sind alle ehrenamtlich tätig – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr!

Uns liegt am Herzen, dass wir als ehrenamtliche Helfer der Feuerwehr mit all den verschiedenartigen Aufgaben von der Stadt und dem Stadtrat ernst genommen werden.

Wir hoffen immer noch, dass es hier und heute zu einer akzeptablen Lösung kommt.

Wir möchten unsere Aufgabe, der jeder einzelne mit Leidenschaft nachgeht, weiterhin wie gewohnt ausüben können. Jedoch auf Augenhöhe und dem nötigen Respekt seitens der Kommunalpolitik.

Uns liegt natürlich die Sicherheit der Bürger der Stadt Bad Aibling am Herzen. Daher möchten wir betonen, dass die Sicherheit der Bürger in der derzeitigen Situation keinesfalls gefährdet ist. Auch wenn das eigentlich in den Aufgabenbereich der Stadt fällt, hat die Feuerwehr Bad Aibling dahingehend Maßnahmen ergriffen.

An dieser Stelle möchten wir uns bei den umliegenden Nachbarfeuerwehren für ihr Verständnis und ihre großartige Unterstützung bedanken.

In diesem Zusammenhang möchten wir auf den Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 25.02.2016 verweisen:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/bad-aibling-nach-dem-zugunglueck-feuerwehr-droht-mit-streik-1.2878057

Pressestelle Feuerwehr Bad Aibling"

Bild: retter.tv Symbolbild

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