Großeinsatz der Feuerwehr: Zwei 40 Meter hohe Pappeln stürzen auf Wohnhaus

Die Meteorologen hatten das Unwetter zeitnah vorausgesagt. Und so kam es dann auch: Mai-Sturm "Zoran" stürmte am späten Dienstagnachmittag über den Kreis Stormarn hinweg und bescherte den Einsatzkräften bis in die frühen Morgenstunden des Mittwoch 212 Einsätze. Hier geht’s zur retter.tv Bildergalerie.

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„Ab 17:20 Uhr gingen die Notrufe bei der Feuerwehr praktisch im Minutentakt ein“, sagte ein Disponent der Leitstelle Süd in Bad Oldesloe. Zuvor war das Orkantief "Zoran" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometer pro Stunde und Starkregen über den nördlichen Teil des Kreises hinweg gezogen. Der Sturm richtete schwere Schäden an; insbesondere Windbruch wurde von den Feuerwehren beseitigt.

Hunderte umgestürzte Bäume

Hunderte von umgestürzten Bäumen mussten von Hausdächern, Gleisanlagen und Straßen geräumt und zersägt werden. Außerdem kam es zu etlichen Überschwemmungen von Straßen, vollgelaufenen Kellern und herabstürzenden Dachziegeln und Fassaden-Teilen. Mancherorts waren die Kräfte stundenlang in Einsätze gebunden.

Pappeln stürzen auf Zweifamilienhaus

So wie in Stapelfeld. Hier waren gegen 18:20 Uhr zwei fast 40 Meter hohe Pappeln auf ein Zweifamilienhaus an der Reinbeker Straße gestürzt. Die Dachkonstruktion des Gebäudes wurde dabei schwer beschädigt; eine angrenzende Scheune total zertrümmert. Eine heftige Windböe hatte die zusammenstehenden Bäume mit einem Stammumfang von jeweils mehr als zwei Metern entwurzelt.

Lieferwagen in Höhe gehoben

Die aus dem Erdreich gerissenen Wurzeln zerstörten etwa 50 Quadratmeter Gartenfläche und hoben einen abgestellten Lieferwagen mehrere Meter in die Höhe. Da niemand wusste, ob sich unter den Bäumen Personen befinden, stoppten Nachbarn einen zufällig auf Bewegungsfahrt befindlichen Kranwagen des Technischen Hilfswerks (THW) und baten die zweiköpfige Besatzung um Hilfe. Die Feuerwehren aus Stapelfeld und Braak waren zu diesem Zeitpunkt in einem Einsatz an der Sieker Landstraße gebunden. Hier hatte der Orkan zahlreiche Bäume geknickt, alle Fahrbahnen waren blockiert. Beide Wehren wurden sofort nach Bekanntwerden der Ereignisse in Stapelfeld an die Reinbeker Straße beordert.

THW birgt Lieferwagen mittels Kranwagen

Unterdessen hatten sich die Kameraden des THW davon überzeugt, dass sich unter den Bäumen keine Personen befanden und auch in dem betroffenen Gebäude niemand zu Schaden gekommen war. Die aufwändige Bergung des Lieferwagens von der Baumwurzel übernahm das THW mittels Kranwagen, während sich die Kräfte der Feuerwehr um die Sicherung des beschädigten Gebäudes kümmerten.

Tonnenschwere Belastung auf Dach minimieren

"Die größte Herausforderung bei diesem Einsatz bestand für uns darin, dass wir zunächst den Druck auf die schwerbeschädigte Dachkonstruktion des Gebäudes durch die tonnenschwere Belastung der beiden riesigen Bäume minimieren mussten", sagte Einsatzleiter Marcus Claus. Die meterdicken Pappeln mussten also in großer Höhe zersägt und dann geborgen werden. Die Einsatzleitung entschied sich deshalb, das THW in den Einsatz einzubinden und von der Feuerwehr Oststeinbek den Hubarbeits- und Rüstwagen (HuRW) zur Unterstützung anzufordern. Nun konnten die Pappeln Stück für Stück zersägt; Stämme und Astwerk vom Dach entfernt werden. Die Sägearbeiten in großer Höhe gestalteten sich schwierig und zeitaufwendig. Immer wieder wurden die Kameraden an den Motorsägen untereinander abgelöst, um das Risiko von Verletzungen zu vermeiden.

Spezialkräfte des THW rücken an

In den Nachstunden rückten weitere Spezialkräfte des THW mit einem größeren Kran an, da die Auslege-Möglichkeiten des vorhandenen Krans nicht mehr ausreichten. Insgesamt waren 75 Kräfte der Feuerwehren Braak, Stapelfeld, Oststeinbek und den Brunsbeker Ortswehren Langeloge und Kronshorst , sowie 20 Kameraden des THW in den Einsatz eingebunden. Am frühen Mittwochmorgen um 03:30 Uhr, nach neunstündigem Einsatz hatten es die Helfer geschafft: Die beiden Pappeln waren zersägt, die großflächigen Beschädigungen im Dach mit Planen abgedeckt. Hier geht’s zur retter.tv Bildergalerie.

Quelle und Bilder: Kreisfeuerwehrverband Stormarn

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