Impressionen: Die Feuerwehrschule Regensburg öffnet ihre Pforten

Feuerwehrschule Regensburg | am 29.09.2012 - 12:00 Uhr | Aufrufe: 1891

Lappersdorf, Lkr. Regensburg (red/sfs/bdbos): Am Samstag, den 29.09.2012 öffnete die Staatliche Feuerwehrschule Regensburg ihre Pforten. Bei dem Tag der offenen Tür präsentierte sich die Einrichtung mit einem bunten Programm für klein und groß.

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In der großen Übungshalle konnten die verschiedensten Fahrzeuge und neuste Technik der Feuerwehrschule bestaunt werden. Das Lehrpersonal stand dabei den interessierten Besuchern Frage und Antwort. In einem anderen Teil des Gebäudes stellten verschiedene Firmen den neuen Digitalfunk vor und im Planspielraum waren verschiedene realitätsnahe Szenarios aufgebaut. Mit neuster Technik werden hier Einsätze sowohl 2D als auch 3D veranschaulicht, um so den Unterricht für die Lehrgangsteilnehmer abwechslungsreich zu gestalten. Manch Einer erinnerte sich da an seine eigene Zeit an der Feuerwehrschule Regensburg zurück. Auch für die kleinen Gäste war einiges geboten. Spielerische Brandschutzerziehung mit Filmen und Malbildern, oder das begutachten der Atemschutzübungsstrecke waren die Highlights. Im Wohnbereich stand ein "Musterzimmer" zur Besichtigung bereit, als auch der Speisesaal und die hauseigenen Kantine. Für die Lehrgangsteilnehmer wird hier noch selbst gekocht.

Historischer Auszug

Einst in Landshut siedelte die Feuerwehrschule 1937, nach deren Schließung, nach Regensburg um. Doch nicht zu ihrem heutigen Standort, sondern in das ehemalige Bezirkskrankenhaus am Stadtamhof. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Betrieb der Landesfeuerwehrschule verstärkt aufrecht erhalten. Nach Kriegsende ruhte der Lehrbetrieb nur kurz vom April 1945 bis Herbst 1946. Danach ging es wieder los, die Zahl der Lehrgangsteilnehmer stieg immer weiter und weiter. Schon bald waren trotz vieler Neu- und Erweiterungsbauten die Kapazitäten der Schule erschöpft. "Das Bayer. Staatsministerium des Innern entschied deshalb, daß in der Gemeinde Lappersdorf am Stadtrand von Regensburg ein Neubau erstellt wird. Der Stadtrand mußte zwangsläufig gewählt werden, da die Stadt Regensburg kein geeignetes Baugelände nachweisen konnte. Ein Flächenprogramm wurde aufgestellt. Das neue Gelände mit rund 40000 qm in freier Lage konnte vom Freistaat Bayern 1970 noch preiswert erworben werden. Die Verkehrslage ist günstig. Die Gemeinde Lappersdorf mit ihrer Freiwilligen Feuerwehr stand von Anfang an dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenüber.

Das Raumprogramm wurde für die vielfältigen Lehraufgaben maßgeschneidert, die Einrichtung und Ausstattung für eine individuelle Unterrichtsgestaltung sorgfältig und ausgewogen ausgewählt. Schulleiter und Lehrkräfte standen dem Architekten des Landbauamts Regensburg mit seinen Mitarbeitern sowie den Projektanten auf Verlangen beratend zur Seite. Der Schule waren dabei die pädagogischen Belange immer Leitlinie. Die neue Feuerwehrschule in Lappersdorf soll künftig in etwa 98 verschiedenen, unterschiedlich langen Lehrgängen jährlich rund 4200 Feuerwehrmänner nach den jeweils neuesten fachlichen Erkenntnissen ausbilden. Daneben sollen sich die Lehrgangsbesucher in der Schule weitgehend heimisch fühlen. Auch mit ihrer größeren Kapazität und ihren wesentlich verbesserten Ausbildungsmöglichkeiten soll die Feuerwehrschule nur eine "Hohe Schule" des bayerischen Feuerwehrmannes bleiben. Sie wird der Feuerwehrpraxis möglichst nahe bleiben und soll nicht vermessen zu einer Hochschule werden wollen."


Beim Tag der offenen Tür rückten neben dem Rahmenprogramm einige Themen mehr in den Vordergrund.


Der Digitalfunk

In vielen Bundesländern ist er bereits verfügbar, in Bayern soll er in einigen Jahren auch flächendeckend funktionsfähig sein; der Digitalfunk.

"Zum ersten Mal wird ein bundesweit einheitliches Funknetz für Rettungs- und Sicherheitskräfte flächendeckend für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung stehen und die bestehenden, voneinander unabhängigen Analogfunknetze ablösen", so die Planungen der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Der Digitalfunk soll die behördenübergreifende Kommunikation sowohl bei täglichen Einsätzen als auch Großschadenslagen sicherstellen. Schlechte Sprachqualität und Funklöcher gehören dann der Vergangenheit an.

Vorerst rüstet aber der Landkreis Regensburg erst noch einmal zum Thema Analogfunk nach, um die Funkqualität bis zur Einführung der digitalen Geräte zu überbrücken. Die Errichtung von zwei zusätzlichen Funkanlagen in Oberlichtenberg und Aufhausen, sollen auch die letzten Funklöcher "stopfen" und die Sprachqualität deutlich verbessern. Praxistests der Feuerwehren haben dies bestätigt.

Rauchmelder und Brandschuterziehung kann Leben retten

Bis Ende 2017 müssen Altbauwohnungen in Bayern Rauchmelder haben, für Neubauten soll dies noch heuer zur Pflicht werden. Praxistests haben gezeigt, wie schnell ein Rauchmelder bei nur einer geringen Menge an Rauch anschlägt und so Leben retten kann. Denn gerade nachts im Schlaf, sind es meist die giftigen Rauchgase, die sehr schnell zum Tod führen können.

Ein anderer Punkt ist die Brandschutzerziehung. Bereist im frühen Alter sollen Kinder auf spielerische Weise lernen, was im Brandfall zu tun ist bzw. wie der Notruf richtig abgesetzt wird. Die Folgen von Verbrennungen sollen ebenfalls aufgezeigt werden. Der Erfolg dieser Erziehung zeichnet sich in Statistiken ab: Ab 1999 sankt die Zahl der Brandstiftungen bei Kindern bis 14 Jahren rapide ab.


Alles in allem war der diesjährige Tag der offenen Tür an der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg ein voller Erfolg. Für das leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt, bei Bratwürsten, Leberkäse und Getränken, ließ man die Nachmittag in Ruhe ausklingen.

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