Keine Rettungsgasse gebildet: Autoversicherer fordert höhere Bußgelder

Deutschland | am 24.04.2012 - 13:08 Uhr | Aufrufe: 4144

Die Rettungsgasse ist in Deutschland bereits seit 30 Jahren Pflicht, denn sie geht ganz einfach und kann Leben retten. Allerdings halten sich nur die wenigsten Autofahrer daran, weshalb der Kfz-Autoversicherer DA Direkt nun höhere Bußgelder fordert.

Rettungsgasse erhöht Überlebenswahrscheinlichkeit

Seit Anfang dieses Jahres ist die Rettungsgasse auch in Österreich Pflicht und dass sie äußerst nützlich ist, zeigen die Erfahrungen aus Deutschland. Durch eine freie Fahrbahnspur gewinnen die Rettungskräfte bis zu vier Minuten Anfahrtszeit. Vier Minuten sind sehr viel, da jede Minute davon die Überlebenswahrscheinlichkeit der Verletzten um 10 Prozent erhöht.

20 Euro Bußgeld für Fahrer, die keine Rettungsgasse bilden

Doch nicht nur der Patient profitiert von der Rettungsgasse. Da auch die Bergungs- und Abschleppfahrzeuge durch die Gasse schneller zur Unfallstelle vordringen, können diese die Fahrbahn schneller räumen, wodurch sich auch der Stau schneller auflöst. Momentan beträgt das Bußgeld für Autofahrer, die keine Lücke lassen, 20 Euro. Aus Sicht des Vorstands des Kfz-Direktversicherers DA Direkt viel zu wenig.

Anleitung Rettungsgasse

Die meisten Autofahrer wissen jedoch gar nicht, wie man eine Rettungsgasse richtig bildet. Deswegen nachfolgend eine kleine Anleitung:

  • 2-spurige Straßen: Verkehrsteilnehmer fahren nach rechts und links an den Rand, damit in der Mitte eine Fahrbahn frei bleibt
  • 3- und 4-spurige Straßen: Autos auf der linken Spur fahren an den linken Rand, Fahrer der mittleren und rechten Spur fahren nach rechts, damit zwischen der äußersten linken und der zweiten Spur eine Rettungsgasse entsteht (s. Bild)

Standstreifen ist keine Rettungsgasse

Die Rettungsgasse bietet den Einsatzfahrzeugen zwei Vorteile: sie kommen dadurch schneller voran und überblicken den Verkehr besser. Viele Autofahrer denken, dass der Standstreifen als Rettungsgasse dient, jedoch ist dieser nicht überall vollständig ausgebaut und kann durch liegengebliebene Fahrzeuge blockiert werden. Benutzen dürfen die Rettungsgasse nur Fahrzeuge der Feuerwehr, Polizei, Straßen- und Pannendiensten sowie des Rettungsdienstes.

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