Miesbach: Immer weniger Ärzte dürfen Atemschutzprüfungen durchführen

Seit einer Neuregelung im Jahr 2008 dürfen nur noch ausgebildete Arbeits- und Betriebsmediziner Atemschutzprüfungen durchführen. Insbesondere für freiwillige Feuerwehrleute kann diese Art des Ärztemangels zum Problem werden.

Symbolbild AtemschutzÄrzte, die vor dem Stichtag im Jahr 2008 eine Erlaubnis für die Durchführung der Atemschutzprüfungen erhalten haben, sind von der neuen Regelung ausgenommen. Doch das seien nur drei Kollegen im ganzen Landkreis Miesbach, so ein Miesbacher  Allgemeinmediziner.

Ärztemangel für die Atemschutzprüfung der Feuerwehrleute

Feuerwehrleute müssen alle drei Jahre einen Arzt aufsuchen, um ihre Diensterlaubnis zu erneuern. Bisher konnten auch Hausärzte die Atemschutzprüfungen durchführen, allerdings nur bis Ende 2008. Jene Ärzte, die diese Prüfung durchführen dürfen, werden aber  immer weniger. Auch die letzten drei Kollegen im Landkreis Miesbach werden früher oder später in Rente gehen, so der Allgemeinmediziner aus Miesbach.
Auch er darf die Feuerwehrleute seit der Gründung seiner eigenen Praxis nicht mehr prüfen, wie merkur-online.de berichtet. Der Miesbacher Allgemeinmediziner verstehe nicht, warum dieses gut funktionierende System geändert wurde. Schließlich würden alle Hausärzte die Voraussetzungen für die Durchführung der sogenannten G26.3-Prüfung bei den Feuerwehrleuten verfügen.

Arzt veranstaltet Atemschutznachmittage

Auch für die Feuerwehrleute, insbesondere die freiwilligen, kann diese Art des Ärztemangels zum Problem werden. Bekommen die ehrenamtlichen Feuerwehrleute keinen Termin beim Spezialisten, müssen sie in Rosenheim oder München einen Arzt aufsuchen, was zum einen Zeit in Anspruch nimmt und Geld kostet. Daher führt ein Spezialist aus Gmund immer häufiger reine Atemschutznachmittage durch, um bei Feuerwehrleuten aus dem gesamten Landkreis die Atemschutzprüfung durchzuführen.
Dass die Erschwernis der Erneuerung der Diensterlaubnis die Attraktivität des freiwilligen Dienstes in den Feuerwehren nicht gerade erhöht, darüber ist sich der Kreisbrandrat im Klaren. Denn die Atemschutzträger seien die wichtigsten Leute, so der Kreisbrandrat. Sie seien essentiell für die Personenrettung.

Erfahren Sie hier mehr zum Ärztemangel und der Atemschutzprüfung im Landkreis Miesbach.

Bild: retter.tv Symbolbild

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