Neuruppin: Fünf Ortswehren fusionieren aus reiner Not

Neuruppin | am 18.05.2012 - 09:24 Uhr | Aufrufe: 843

In der Stadt Neuruppin sollen fünf Feuerwehr-Einheiten zu einer gemeinsamen Feuerwache zusammengelegt werden. Der Gedanke an eine Zusammenlegung der einzelnen Wehren wurde aus der Not geboren und löste einige Diskussionen aus. 

Insgesamt fünf Feuerwehren sollen zu einer gemeinsamen Einheit fusionieren. Die Feuerwehren von Wuthenow, Lichtenberg, Gnewikow, Radensleben und Karwe sollen zu einer neuen Einheit zusammengelegt werden. Sowohl der Bauausschuss als auch der Sozialausschuss der Stadt Neuruppin stimmten für diese Entscheidung.

Ortswehren sind gegen Zusammenlegung

Die einzelnen Ortswehren hatten sich stets gegen den Gedanken der Zusammenlegung gewehrt. Die Angst: Würden die einzelnen Einheiten zusammengelegt, würden von den wenigen aktiven Feuerwehrleuten viele abspringen. Außerdem fürchten die Ortsvorsteher der einzelnen Wehren um das Leben im Dorf.

Nötige Zahl an Feuerwehrleuten nicht erreicht

Der Gedanke an die Zusammenlegung wird schon seit mehreren Jahren diskutiert. Der Hauptgrund dafür ist die geringe Zahl der aktiven Mitglieder in den Ortswehren. Die Wehren in vielen kleinen Orten seien oft nicht einsatzfähig, hieß es. Dies erläuterte Stadtbrandmeister Reinhard Jachnick anhand der Einsatzberichte der vergangenen Jahre. Die fünf Ortswehren aus Wuthenow, Lichtenberg, Gnewikow, Radensleben und Karwe hätten die nötige Zahl an Feuerwehrleuten in vielen Fällen nicht erreicht. Zwar arbeiteten die fünf Einheiten in einem Löschzug zusammen, aber auch so würden die Zahlen, die für einen Zug benötigt sind, nicht erreicht, so Jachnick.

Neue Einheit überhaupt einsatzfähig?

Und genau dieser Punkt löste Diskussionen aus. Warum soll die Stadt Neuruppin Millionenbeträge für eine neue Feuerwache ausgeben, wenn schon jetzt klar sei, dass die einzelnen Einheiten auch zusammen nicht die nötige Größe haben? Jachnick erhoffe sich von der Zusammenlegung immerhin, dass die neue Einheit überhaupt einsatzfähig werde. Wenigstens die Anzahl an benötigten Einsatzkräften für eine Löschgruppe oder Staffel könne so sicher zusammenkommen.

Keine Alternative zu sehen

Am 15. Mai wurde über den Zusammenschluss der Ortswehren abgestimmt. Kein einziger der Stadtverordneten stimmte dagegen. Auch wenn man die Befürchtungen der Orts-Bürgermeister verstehe, sehe man keine andere Alternative, so Christiane Doll (SPD).

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

Bild: retter.tv Archivbild

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