Niedersachsen: Feuerwehr-Akademie wird vorübergehend Flüchtlingsunterkunft

In Celle und Loy hat sich die Flüchtlingssituation verschärft, woraufhin vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport nun eine Entscheidung gefällt wurde: Vorübergehend soll der Ausbildungsbetrieb in der Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz ausgesetzt werden, um Notunterkünfte für Flüchtlinge zu errichten.

Es ist keine leichte Entscheidung, die das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport zu treffen hatte. Der Flüchtlingszustrom reißt nicht ab, doch Platz ist Mangelware. Daher soll nun vorübergehend die Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz umfunktioniert werden. Dort sollen für den Moment zusätzliche Notunterkünfte für Flüchtlinge entstehen.

Schmerzliche Entscheidung

Der Staatssekretär des Ministeriums sagt dazu: „So hart und schmerzlich diese Entscheidung ist: Wir haben heute die Feuerwehren, die Politik vor Ort und die zuständigen Landtagsabgeordneten über diesen historisch wohl einmaligen Schritt informieren müssen. Die derzeitige Flüchtlingssituation macht diesen Schritt unumgänglich. Wir brauchen schlichtweg noch mehr Kapazitäten und bitten alle betroffenen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden um Verständnis in dieser schwierigen Situation." Natürlich wisse er, dass das viel verlangt ist - gerade weil die Feuerwehrler so eine große Hilfe sind in der derzeitigen Situation.

2.100 Plätze müssen her

Aber das Problem lässt sich nicht wegzaubern: „Bis Sonntag müssen wir 2.100 Notunterkunftsplätze schaffen, um allen Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf anbieten zu können. Und das gelingt nur, wenn wir die landeseigene Akademie mit einbeziehen", erklärt der Staatssekretär. Dort sollen in den nächsten Tagen 700 Notunterkunftsplätze geschaffen werden. In den letzten Wochen hatte Niedersachsen bereits 10.000 Notunterkunftsplätze geschaffen. Gemessen am Jahr 2013 sind das irre Zahlen - in diesem gesamten Jahr wurden nämlich 12.000 Menschen aufgenommen.

Teamwork und Verständnis zwischen Feuerwehr und Ländern

Die Herausforderung, die es derzeit für Deutschland zu bewältigen gilt, ist immens. Doch auch die Bereitschaft zu helfen ist groß. Allerdings machen sich viele Sorgen. Ein Nutzer schrieb uns zu der Thematik: "Wie soll man damit als Feuerwehrangehöriger noch umgehen?! Man setzt uns vor die Tür aber im gleichen Atemzug soll man auch schon wieder in der nächsten Flüchtlingsunterkunft helfen kommen." Die Kameraden haben er derzeit nicht leicht - ohne Frage. Inbesondere in einer solch speziellen Situation. Wie man sieht haben es allerdings auch die Länder nicht leicht, die einfach mit Entscheidungen seitens der Politik konfrontiert werden und reagieren müssen. Verständnis auf beiden Seiten muss gefördert werden. Kameraden sollten Verständnis für die schwierige Lage der Regionalpolitiker aufbringen sowie Politiker Ängste und Sorgen nicht überhören dürfen. Auch hier können - wie im Feuerwehralltag selbst - primär Teamwork zwischen Politik und Einsatzkräften und offene Aussprachen helfen.

Bild: retter.tv Symbolbild

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