Ohne Rettungssatz zum Verkehrsunfall: Kritik an Leitstelle

Bei Reisach kam es letzte Woche zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein 19-Jähriger leicht verletzt wurde. Weil nur Feuerwehren ohne Rettungssatz zum Einsatzort geschickt wurden, gibt es jetzt Kritik an der Leitstelle.

Wie onetz.de berichtet, war ein Unfall bei Reisach am vergangenen Freitag Auslöser für die Diskussionen: Ein 19-Jähriger übersah beim Abbiegen ein anderes Auto und es kam zum Zusammenstoß. Der junge Unfallverursacher wurde leicht verletzt und konnte das verbeulte Fahrzeug nur noch über die Beifahrerseite verlassen. Trotzdem wurden nur Feuerwehren ohne Rettungsschere oder –spreizer alarmiert.

Einsatzkette legt Mindestanforderungen fest

Denn laut onetz.de gab der Rettungsdienst, der als erster vor Ort war, keine Informationen über eine eingeklemmte Person weiter. Aus diesem Grund wurde keine Feuerwehr alarmiert, die über einen Rettungssatz verfügt. Die Einsatzmittelkette legt nämlich fest, welche Ausrüstung bei welchem Szenario tatsächlich mit zum Einsatz muss. Dabei handelt es sich jedoch nur um Mindestanforderungen, den tatsächlichen Ablauf des Einsatzes bestimmt schließlich das Landratsamt mit der Kreisfeuerwehrführung.

Disponent entscheidet von Fall zu Fall

Kritiker beziehen sich nun auf andere Einsatzgebiete, in denen die Leitstellen auch bei den einfachsten Fällen von Verkehrsunfällen mehrere Fahrzeuge losschickt – immer dabei auch ein Rettungsspreizer. Denn man könne sich nie sicher sein, ob der Anrufer alle entscheidenden Informationen weitergegeben hat. Laut onetz.de verteidigt sich die zuständige Leitstelle damit, dass bei einem VU I der Schwerpunkt der Feuerwehraufgaben beim Absichern, Ausleuchten und Säubern der Unfallstelle liegen würde.

Allerdings gibt es auch immer wieder Kritik, wenn Feuerwehren umsonst alarmiert werden. Schließlich muss eben der Disponent von Fall zu Fall selbst entscheiden, wie er die Situation einschätzt und wie viele Einsatzkräfte mit welcher Ausrüstung er losschickt.

Bild: retter.tv Symbolbild

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