Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehr Stuttgart

Gabellohe 20, Immenreuth | am 22.06.2016 - 14:55 Uhr | Aufrufe: 164

Viele Wochen und Monate der Vorbereitungen gingen dem traditionellen Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehr Stuttgart voraus. Neben einem geeigneten Zeltplatz galt es auch die Verpflegung der Teilnehmer und interessante Unternehmungen zu organisieren.

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Schließlich machten sich die teilnehmenden Abteilungen am Morgen des 21. Mai auf den Weg in Richtung Immenreuth in der bayrischen Oberpfalz. Schon am Vortag hatte eine kleine Gruppe des Orga-Teams dort ein Essenszelt aufgebaut und die Kühlräume mit Lebensmitteln und Getränken gefüllt.

Nach dem am frühen Nachmittag alle Gruppen eingetroffen waren ging es an den Aufbau der Zelte. Mal mehr Mal weniger schnell standen am Ende alle Zelte und Stadtjugendfeuerwehrwart Matthias Neef konnte die rund 200 Teilnehmer recht herzlich auf dem Zeltplatz begrüßen. Nach dem ersten gemeinsamen Abendessen klang der Anreisetag dann gemütlich am Lagerfeuer aus.

Der nächste Tag begann für den ein oder anderen schon recht früh. Um 5:00 Uhr tobten schon die ersten Kinder über den Zeltplatz, andere zog es wegen der Kälte an die wärmende Glut des Lagerfeuers. „Workshop-Tag“ stand heute auf dem Programm. An einer Station konnte man zum Beispiel Volleyball spielen an einer anderen einen Wimpel oder Regenmacher basteln. Eine andere Gruppe verschlug es mit ihrer Station zu einer spannenden Partie „Räuber und Gendarm“ in den angrenzenden Wald. Hinaus auf den See zog es die Floßbau-Gruppe. Diese hatte sich aus Schläuchen und Holzbalken zwei Floße gebaut. Und man glaubt es kaum: sie schwammen sogar!
Auf einen wunderschönen sonnigen tag folgte dann eine sturmreiche Nacht. Ein Gewitter zog am Montagabend über das Zeltlager und durch manche Zelte floss plötzlich ein Fluss. Einzelnen Blitze erleuchteten das Gelände taghell. Doch die Zelte hielten stand und niemandem ist etwas passiert. Manch einer drehte sogar einfach nur den mp3-Player etwas lauter um den Donner zu übertönen.

Hoch hinaus in die Wipfel der Bäume ging es am dritten Tag des Zeltlagers. Ein Klettergarten lud zu waghalsigen Kletterpartien ein, bei denen auch mal in 10 Meter Höhe mit einem Bobby Car gefahren werden musste, natürlich nicht ohne ausführliche Sicherheitseinweisung durch die Guides und doppelter Sicherung. Viel Spaß hatten die Jugendlichen auch an der „Flying Fox“-Bahn die sich einmal quer durch den Klettergarten zog.
Aufgrund der großen Anzahl an Teilnehmern musste der Klettergarten in zwei Gruppen durchlaufen werden. Die einen vormittags, die anderen nachmittags. Die kletterfreie Zeit nutzen einige Gruppen zum Besuch eines Wildparks in der Nähe des Zeltplatzes.

MORD IM ZELTLAGER! Der Zahnbürstenmörder geht um! Innerhalb weniger Stunden hat er am Dienstagmorgen einen Großteil der Betreuer mit seiner Zahnbürste umgebracht. Was sich nach einer sehr skurrilen Polizeimeldung anhört ist lediglich ein beliebtes Zeltlagerspiel bei dem ein "Mörder" andere Mitspieler versucht durch zeigen einer Zahnbürste zu "ermorden". Solche kleinen Spiele beleben das Lagerleben ungemein und sorgen für eine gute Stimmung. Und da das Wetter bekanntermaßen die letzten Tage nicht ganz so mitgespielt hat wie man sich das für ein Zeltlager wünschen würde, half so eine kleine Auflockerung auf jeden Fall.
Bei dem was an diesem Tag anstand spielte das Wetter sowieso keine Rolle. Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es in die Therme nach Obernsees. Dort luden verschiedene Becken, Rutschen und Saunen zum schwimmen und relaxen ein. Und im Gegensatz zum Regenwasser war das Thermalwasser schön warm. Celine und Annika, beide 10 Jahre alt, aus der Abteilung Rohracker hatten auf der Wellenrutsche am meisten Spaß. "Aber auch die schnelle, steile Rutsche hat mega Spaß gemacht", so Annika. Dahingegen kam die Reifenrutsche bei den wenigsten gut an. Stadtjugendsprecher Timo konnte sich im Dampfbad von "der Bürde seines Amtes erholen", erzählt er im Scherz. Manch einer wollte auch gar nicht mehr aus dem Whirlpool.
Schlussendlich musste aber jeder aus dem Wasser. Nach einer erfrischenden und ausgiebigen Dusche ging es zurück auf den Zeltplatz. Dort kam zum Abendessen nochmals große Freude auf. Auf dem Speiseplan stand heute Schnitzel mit Kartoffelsalat.

Während des Workshoptages am Anfang des Zeltlagers hat sich jede Abteilung einen Wimpel für das "Wimpel-Spiel" gebastelt. Ziel des Spiels ist es den Wimpel einer anderen Abteilung zu entwenden und im Lagerbüro abzugeben. Um festzustellen ob ein Wimpel rechtmäßig entwendet wurde fand nach dem Abendessen eine Gerichtsverhandlung statt. Ein Richter und vier Geschworene hörten sich dazu die Geschichten der Angeklagten und Beraubten an um festzustellen ob sich beim Diebstahl alle an die zuvor aufgestellten Regeln gehalten hatten. Ging alles mit rechten Dingen zu konnten die Beraubten ihren Wimpel wieder auslösen, zum Beispiel mit Süßigkeiten aus dem "Tante Helmi"-Laden oder der Übernahme des Putzdienstes. Auch der Stadtjugendfeuerwehr wurde eine große, am Essenszelt aufgehängte Fahne entwendet. In einer sehr unruhigen Verhandlung mit verschiedensten Zwischenrufen und Sprechchören wurde die Herausgabe der Fahne an die Bedingungen gebunden jedem Jugendlichen ein Wassereis auszugeben. Ebenfalls soll die Stadtjugendleitung vor versammeltem Lager einmal den " Gangnam Style" vortanzen.

Der Besuch des "Alpine Coasters" am Ochsenkopf stand am nächsten Tag auf dem Programm. Der Alpine Coaster befindet sich gleich in Nähe des Klettergartens der vor zwei Tagen besucht worden war. Kaum angekommen wurden auch schon die Ersten auf die Bahn gelassen. Mit ausreichend Sicherheitsabstand wurden die Schlitten den Berg hinaufgezogen. Oben angekommen galt dann: Hebel vor und Vollgas! Und mit einem Affenzahn ging es den Berg hinunter durch verschiedene Steilkurven, über Kuppen und einen Korkenzieher bevor es vor dem Ende noch einmal steil bergab ging. Insgesamt dreimal durfte jeder Jugendliche fahren, entweder alleine oder zu zweit mit einem Freund. Alle haben es, mal mehr Mal weniger schnell aber vor allem sicher, nach unten geschafft. Und das Wichtigste: Alle fanden den Alpine Coaster super cool und wären gerne noch einige Male öfter gefahren.

Manche Gruppen besuchten, als Alternativprogramm, vor oder nach dem Alpine Coaster noch ein Bergwerk oder das Automuseum in Fichtenberg. Im Automuseum konnten neben Autos auch russische Kampfjets, alte Werkstätte, Kutschen und vieles mehr bestaunt werden. Unter Tage im Bergwerk erhielten die Jugendlichen und ihre Betreuer eine interessante Führung durch alte Stollen und Gänge und konnten sich so ein Bild von den damaligen Arbeitsbedingungen machen. Die Abteilungen Unter- und Obertürkheim fuhren sogar bis nach Bayreuth um der dortigen Feuerwehr einen Besuch abzustatten. Bei einer Wachbesichtigung wurden ihnen die verschiedenen Fahrzeuge der Feuerwehr Bayreuth ausführlich vorgestellt und die Wache selbst natürlich auch.

Was auf keinem Zeltlager der Jugendfeuerwehr Stuttgart fehlen darf ist die traditionelle Lagerolympiade. Diese fand am letzten vorletzten Tag statt. Die Abteilung Botnang hatte sich im Vorfeld dazu bereit erklärt die Olympiade und all ihre Stationen auszuarbeiten. Schon am Vorabend erhielten alle Betreuer ein Briefing zur Geschichte die sich die Botnanger zum Olympiade ausgedacht hatten. Thema waren "Die vier Elemente" welche durch Gottheiten des Feuers, des Wassers, der Erde und der Luft repräsentiert wurden. Diese hatten sich verkracht und nun mussten die Jugendlichen die Götter besänftigen um schlimmere Katastrophen zu verhindern.

Am Tag der Lagerolympiade wurden die Jugendlichen in kleine Gruppen aufgeteilt. Hierzu zogen Sie jeweils ein Kärtchen auf dem verschiedene Wörter standen. Diese Wörter konnten in verschiedene Kategorien, wie "Autos", "Zahlen", etc. eingeordnet werden. Und so fanden sich die Gruppen schließlich zusammen und konnten zu den verschiedenen Stationen starten. Insgesamt 15 Stationen gab es welche in loser Reihenfolge abgearbeitet werden mussten. Dem Wetter entsprechend gab es auch Stationen an denen man nass werden konnte. An einer galt es mit Wasser vollgesogene Schwämme über einen imaginären Graben zu werfen und damit einen Eimer zu füllen. Bei den ersten Würfen wurde noch versucht das Spielziel zu erreichen aber schon nach kurzer Zeit artete das Spiel in eine kleine Wasserschlacht aus.

Auch feuerwehrtechnische Spiele wie Schlauchkegeln, Zielspritzen und ein lehrreiches Feuerwehrquiz standen auf dem Programm. Aus fünf Themengebieten konnten Fragen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden ausgewählt werden. Gerade die Fragen der höheren Kategorien brachten auch die erfahreneren Jugendfeuerwehrler ins grübeln. Und dass beim Zielspritzen auch nicht alle trocken blieben muss wohl nicht erwähnt werden.

"Humus Schätzus" hieß eine Station bei der die Jugendlichen so genau wie möglich 700 Gramm Erde in einen Plastikkrug füllen mussten welcher anschließend gewogen wurde. Von 300 Gramm bis über einem Kilogramm war alles dabei. Aber auch einige sehr genaue Schätzungen wurden getätigt. Zielgenauigkeit war beim Torwandschießen gefragt. Je nach dem wo der Schuss landete gab es verschiedene Punkte. Für eine durchweg hohe Motivation sorgte der an dieser Station zuständige "Trainer". Zielgenauigkeit mit dem Fuß ist das eine, aber ein Teelicht aus einem Meter Entfernung mit dem Mund zu löschen das andere. Doch auch diese Aufgabe wurde von den meisten mit Bravour gemeistert. Einige deuteten an, dass es sehr schwierig sei die Kerzen zu löschen wenn man die ganze Zeit vor lachen prusten müsste.

Der Nachmittag stand dann allen Abteilungen zur freien Verfügung und die meisten machten sich auf den Weg in das nahe gelegene Naturfreibad um sich dort, bei strahlendem Sonnenschein, etwas abzukühlen. Andere verbrachten den Nachmittag im Lager mit Fuß- oder Volleyball spielen oder kleinen Wasserschlachten auf dem Feld.
Nach dem Abendessen, leckerem Braten mit Kartoffelgratin, fand die zweite Gerichtsverhandlung des Zeltlagers statt an der die Wimpel wieder an ihre rechtmäßigen Besitzer übergeben wurden, aber nicht ohne eine Gegenleistung zu bekommen. Der Abend endete mit allen Teilnehmern welche sich um das extra für den letzten Abend aufgestapelte Lagerfeuer versammelten.

Der letzte Tag des Zeltlagers begann mit wärmenden Sonnenstrahlen und nur wenig Wolken. Leider wurden diese immer mehr und als es dann an den Abbau der Zelte ging schüttete es aus Eimern. Das hatte gerade noch gefehlt. Trotzdem wurden die Zelte ohne Probleme eingepackt und zusammen mit den Feldbetten und einigem an Gepäck auf LKWs verstaut. Andere Abteilungen verstauten ihr Gepäck in den eigenen Fahrzeugen. Am frühen Nachmittag war alles erledigt und die ersten konnten die Heimfahrt antreten. Gegen halb vier wurde der Platz dann durch das Orga-Team an den Platzwart übergeben und auch Sie traten die Heimreise an.

Den Film zum Zeltlager findet ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=7UTTfh9IstQ

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von Julia Schuhwerk
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