Prüfungen bestanden – Jetzt geht's in der Feuerwehrschule München erst richtig los

In München haben am 2. April 20 junge Männer die Ausbildung in der Feuerwehrschule begonnen. Nachdem sie ihr Können in Sport, Theorie und Praxis gezeigt haben, beginnt nun dir wirkliche Herausforderung in der Feuerwehrschule München.

Prüfungen  bestanden – Jetzt geht's in der Feuerwehrschule München erst richtig los

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Provisorisch eingekleidet sind sie schon. Noch steht zwar die Mehrheit in Jeans vor den Ausbildern, aber das wird sich nach und nach ändern. Das Hauptaugenmerk der Anwärter liegt ohnehin nicht auf ihrer Kleidung, sie konzentrieren sich auf das, was sie in den kommenden sechs Monaten auf sie zukommt: 890 Unterrichtseinheiten und insgesamt zehn Leistungsnachweise. Das sind die Anforderungen des BI-Lehrgangs, in dem alle Grundlagen für den feuerwehrtechnischen Dienst vermittelt werden. Darauf baut für weitere sechs Monate das Rettungssanitäter-Modul auf.

Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr München

Auf der Feuerwache 2 betreut der Ausbilder Matthias Kalix zusammen mit seinem Team insgesamt 31 Lehrgangsteilnehmer. Die Stadt München bildet in diesem Lehrgang 17 Brandmeister sowie drei Brandoberinspektoren aus. Dazu kommen noch drei Anwärter, die ihre Ausbildung bei der Branddirektion München mit dem Titel "Brandrat" abschließen. Am Gründonnerstag wurden die neuen Kameraden bereits vereidigt und nur fünf Tage später sind sie mittendrin. Die jungen Männer lernen den Dienstbetrieb kennen und müssen im Rahmen einer Fahrprüfung beweisen, dass sie den Führerschein immer noch bestehen würden. Auch die ersten Unterrichtseinheiten zu den Themen Wärmelehre und Sport lassen nicht lange auf sich warten. "Am dritten Lehrgangstag geht der Unterricht dann gleich richtig los, und am Freitag ist auch schon der erste Leistungsnachweis fällig", sagt Matthias Kalix. Die Zeit sei schließlich knapp bemessen.

Drei von den Brandmeister-Anwärtern erzählen, wie es ihnen bei den Prüfungen ergangen ist, und warum sie sich für die Feuerwehr entschieden haben:

Andreas Deiner

Prüfungen bestanden – Jetzt geht's in der Feuer... (ID: 64313)

Andreas Deiner kommt aus Emmenhausen. Der 24-Jährige ist ein Beweis dafür, dass die Branddirektion München auch mal "Ja" zu – bei der Feuerwehr – nicht alltäglichen Berufen sagt: Er ist Zahntechniker. Ein Grund, warum ihn eine andere Berufsfeuerwehr nicht einstellen wollte. Was bei der Münchner Feuerwehr zählt, ist Leistung. Und die hat Andreas Deiner gezeigt. Zugetraut hat er sich das allerdings lange nicht. "Nach der Ausbildung bin ich zur Bundeswehr", sagt er. Er will Menschen helfen, merkte aber schnell, dass die Bundeswehr ihm hier nicht die richtigen Möglichkeiten bietet. Der "Traum" von der Feuerwehr kam wieder auf. "Ich habe aber immer gedacht, dass ich das eh nicht schaffe", sagt der 24-Jährige. Dann versucht er es doch und bewirbt sich. Auf den Sporttest hatte er sich gut vorbereitet, für die Theorie mehrere Bücher mit Tests durchgearbeitet. Trotzdem fällt er aus der Bewerberliste heraus: Die Praxis lief nicht so gut. "Das kann man vorher schlecht üben", sagt er. Aber aufgeben wollte er nach dieser Erfahrung nicht. Er hat gemerkt, dass es durchaus möglich ist, die Prüfungen zu bestehen. Vorkenntnisse hat er – und hat er nicht. "Ich bin bei der Freiwiligen." Aber in Emmenhausen gebe es sehr wenig zu tun. Ein paar Rettungswageneinsätze sei er bisher als Sanitäter gefahren. Daher sei sein persönliches Ziel beinahe schon erreicht gewesen, als er erstmals in einem Fahrzeug der Münchner Feuerwehr saß, sagt er und lacht. Doch das ist es natürlich längst nicht gewesen – Andreas Deiner darf sich auf mehr freuen.

Maximilian Valentin

Prüfungen bestanden – Jetzt geht's in der Feuer... (ID: 64316)

Maximilian Valentin passt jobmäßig als Mechatroniker gut zur Berufsfeuerwehr. Daran gedacht, sich hier zu bewerben, hat der 22-Jährige aus Taufkirchen (Vils) aber erst einmal nicht. "Ich bin über Freunde auf die Feuerwehr gekommen", sagt er. Aber was er hörte, hat ihn überzeugt. "Die Arbeit ist abwechslungsreich. Und es ist ein sehr angesehener Beruf." Er bewarb sich daher bei der Feuerwehr München und ließ sich nicht entmutigen. Denn auch er scheiterte beim ersten Anlauf. Für die Sportprüfung hatte er ausreichend trainiert, doch auch er hatte Probleme beim praktischen Teil. Aber er ließ sich nicht beirren und bewarb sich direkt noch einmal. Und diesmal war es einfacher, meint er: "Man weiß, was kommt." Was genau ihn jetzt erwartet, und worauf er sich freut? Auf diese Fragen kann Maximilian Valentin nach den ersten Tagen noch keine aussagekräftige Antwort geben. Er kann sich aber immer noch dran erinnern, wie froh er war, als nach langer Wartezeit endlich die Zusage im Briefkasten lag.

Sebastian Küblbeck

Prüfungen bestanden – Jetzt geht's in der Feuer... (ID: 64317)

Sebastian Küblbeck ist gelernter Elektroniker aus Schwandorf und schon irgendwie stolz darauf, bei der Berufsfeuerwehr München anfangen zu dürfen. Feuerwehr hat er "schon immer im Kopf gehabt". Aber der 21-Jährige war sich nicht sicher, ob er das schaffen könnte.Nach der Ausbildung blieb "Feuerwehr" daher erst einmal nur eine fixe Idee. Eine Idee, die er bei der Freiwilligen Feuerwehr umsetzen wollte. Doch dort ging es ihm zu ruhig zu. Wer nichts riskiert, gewinnt auch nichts. Vielleicht hat Sebastian Küblbeck etwas in der Art gedacht, als er sich dann doch traute, die Sache richtig anzugehen. Er trainierte für den Sporttest, kaufte ein Buch, um sich auf die Theorieprüfung vorzubereiten und bewarb sich gleich bei drei Feuerwehren. Als er dann den positiven Bescheid aus München bekam, konnte er es gar nicht glauben. Richtig bewusst ist ihm die ganze Sache aber erst bei der Vereidigung geworden. Warum es für ihn die Feuerwehr sein musste, ist schnell gesagt: "Es ist ein extrem abwechslungsreicher Beruf, und man kann anderen helfen", sagt der 21-Jährige. Er hat sich vorab gut informiert. Und selbst der 24-Stunden-Schicht-Dienst schreckt ihn nicht ab. Im Gegenteil: Er hofft, dass der Zusammenhalt der Wachmannschaft dadurch gestärkt wird und es mehr Teamgeist als in der Privatwirtschaft gibt. "Das ist mir sehr wichtig", sagt Sebastian Küblbeck.

Frauen sind bei der Berufsfeuerwehr München erwünscht

Dass in diesem Lehrgang nur Männer sind, ist Zufall. Auch wenn sich bisher nur wenige Frauen bei der Berufsfeuerwehr bewerben – sie sind erwünscht! Die Anforderungen sind an Frauen und Männer gleich, aber auch das ist machbar, wie Kolleginnen bei der Branddirektion München bewiesen haben.

Quelle und Bilder: Berufsfeuerwehr München

 

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