Rettungsgasse: Feuerwehr Landsberg klagt über Behinderung durch Verkehrsteilnehmer

Landsberg | am 09.01.2013 - 13:20 Uhr | Aufrufe: 2866

Bei einem Stau oder einem Unfall muss laut Straßenverkehrsordnung immer eine Rettungsgasse freigehalten werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass Hilfe schnell an der Unfallstelle ankommt. Die Feuerwehr in Landsberg klagt über zunehmende Probleme und Behinderung der Rettungskräfte durch die Verkehrsteilnehmer.

Erst kürzlich hat Innenminister Joachim Hermann ein neues Bayerisches Verkehrssicherheitsprogramm 2020 vorgestellt. Mit insgesamt 32 Maßnahmen soll mehr Sicherheit im Straßenverkehr erreicht werden.

Erhöhung der Geldbußen für die Behinderung von Rettungskräften

Um Opfern von Verkehrsunfällen auf Autobahnen schneller helfen zu können, will Herrmann die Notwendigkeit einer Rettungsgasse besser bei den Verkehrsteilnehmern verankern. Spezielle Rundfunkmeldungen, eine Aufklärungskampagne sowie eine Erhöhung der Geldbußen für die Behinderung von Rettungskräften sind mögliche Maßnahmen.

Feuerwehr Landsberg klagt über Probleme mit der Rettungsgasse

Denn die Behinderung der Rettungskräfte durch die Verkehrsteilnehmer sei ein großes Problem. Auch die Feuerwehr Landsberg hat häufig Probleme bei Unfällen auf der A 96, die den Landkreis Landsberg von West nach Ost durchquert, zum Einsatzort durchzukommen.

Fast neun Stunden war die Feuerwehr mit den Bergungsarbeiten beschäftigt

So passiert bei einem Einsatz im Oktober: An der Anschlussstelle Landsberg Ost verunglückte ein Tanklaster, der mit 1500 Litern Diesel beladen war. Ein auf der Fahrbahn liegendes Metallteil hatte den Tank des Sattelzuges aufgerissen. 600 Liter Diesel liefen auf die Autobahn. Fast neun Stunden war die Feuerwehr mit den Bergungsarbeiten beschäftigt. Das Abschleppunternehmen habe eine halbe Stunde länger gebraucht, bis es am Einsatzort angekommen war.

Feuerwehrleute müssen aussteigen und an Fahrertüren klopfen

Einige Verkehrsteilnehmer bilden keine Rettungsgasse und machen auch nur sehr widerwillig den Weg frei. Auch der Kreisbrandrat berichtet von ähnlichen Erfahrungen. Oft reagierten die Autofahrer uneinsichtig, wenn sie aufgefordert werden eine Rettungsgasse zu bilden. Mitunter hätten es die ersten Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr am schwersten, so dass die Feuerwehrleute sogar aussteigen und an Fahrertüren klopfen müssten.

Allerdings gebe es durchaus auch Tage an denen alles sehr gut laufe und die Rettungskräfte freie Fahrt hätten, so der Kreisbrandrat.


Quelle: Augsburger Allgemeine

Bild: retter.tv Archivbild

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