Rettungskarten für Autos noch immer kein Standard

Deutschland | am 12.02.2014 - 10:28 Uhr | Aufrufe: 1961

Das Retten wird für Feuerwehrleute aufgrund der modernen Autos lebensgefährlich. Rettungskarten könnten die Arbeit an verunglückten Fahrzeugen sicherer machen – doch diese sind noch immer nicht Standard.

ADAC-Rettungskarte: Helfer darf nicht unter Spannung stehenVor allem die modernen Autos mit ihren neuen Sicherheits-Produkten, dem zusätzlichen Komfort und neuen Antrieben bergen viele Gefahren für die Einsatzkräfte. Airbags, Gurtstraffer, Karosserieverstärkungen, Hybrid- und Elektrosysteme, Kraftstoffleitungen, Batterien und vieles mehr können den Feuerwehrleuten bei einem falschen Schnitt schnell zum Verhängnis werden.

Airbags können lebensgefährlich werden

Besonders nicht ausgelöste Airbags können den Einsatzkräften schnell um die Ohren fliegen und für schwere Verletzungen sorgen. Auch Hybrid- und Elektroautos, deren Hochvoltbauteile mit bis zu 1000 Volt aufgeladen sind, können für die Retter zum lebensgefährlichen Risiko werden. Eine sogenannte Rettungskarte könnte helfen, die Arbeit an verunglückten Fahrzeugen sicherer zu machen.

Die Rettungskarten sind keineswegs Standard

Doch die Rettungskarten sind keineswegs Standard in den modernen Autos. Zur Zeit liegt es immer noch am Fahrzeugbesitzer, ob eine Karte vorhanden ist oder nicht. Die Rettungskarten zu den jeweiligen Modellen können nämlich im Internet heruntergeladen, ausgedruckt und ins Fahrzeug gelegt werden. Bei Neuwagen liegt keine passende Rettungskarte bei.

Der ADAC wirbt für eine Rettungskarte hinter der Sonnenblende

Eine Lösung könnte eine 2013 Software sein, mit der Feuerwehrleute per Kennzeichenabfrage beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg die richtigen Datenblätter abrufen können. Das sogenannte „SilverDAT FRS" ist jedoch noch nicht bei allen Rettungsleitstellen und Feuerwehren installiert. Zudem vergeht bei der elektronischen Abfrage der Rettungskarte natürlich wertvolle Zeit, die die Einsatzkräfte im Ernstfall möglicherweise nicht haben.

Der ADAC wirbt hingegen für eine Rettungskarte aus Papier, die in allen Autos hinter der Fahrer-Sonnenblende angebracht werden soll. Der Nachteil bei dieser Lösung: Um an die Karte zu gelangen, müssten die Feuerwehrleute die Windschutzscheibe sehr nah am Kopf des Fahrers einschlagen.

 

Mercedes-Benz: QR-Code ermöglicht schnellere Rettung von Unfallopfern

Mercedes-Benz rüstet seine Neuwagen mit einem QR-Code aus, der - im Tankdeckel und auf der gegenüberliegenden B-Säule angebracht - per Smartphone oder Tablet ausgelesen werden kann und die Konstruktionsdetails liefert (retter.tv hat berichtet).

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

Bild: retter.tv Archivbild/ADAC-Rettungskarte

Bilder und Videos zu diesem Beitrag
Das könnte Sie auch interessieren
LKA warnt vor gefährlichen, nicht zugelassenen Krachern München – In diesem Jahr ist der Verkauf pyrotechnischer Artikel für das Silvesterfeuerwerk ab Donnerstag, 29.12.2011, ... mehr
am 29.12.2011 02:59
von Axel Emsperger     
Logo Berufsfeuerwehr Nürnberg
Bei schlechtem Wetter und stark eingeschränkten Sichtverhältnissen ereignete sich gegen 23:55 noch am 30.04.2010 ein schwerer Verkehrsunfall auf der Verbindungsstraße Fischbach in ... mehr
am 30.04.2010 23:55
von Thorsten Wiese     
Um diese Funktion zu nutzen,
müssen Sie ein registriertes Mitglied von retter.tv sein.

Sie wollen aktiv an retter.tv teilnehmen, dann melden
Sie sich jetzt kostenlos an.

weiter zur Anmeldung