Rheinfelden: Werkfeuerwehr eilt zur Hilfe und bleibt auf den Kosten sitzen

Rheinfelden | am 21.06.2012 - 09:58 Uhr | Aufrufe: 2768

Vor drei Jahren hatte es in Rheinfelden in dem Recyclingunternehmen ITZ gebrannt. Die Werkfeuerwehr der Firma DSM war damals gekommen um zu Helfen. Die 40.000 Euro die der Löschschaum bei diesem Einsatz damals gekostet hat, hat die Werkfeuerwehr noch immer nicht ersetzt bekommen.

Symbolbild FeuerwehrDer Streit ging bereits bis vor Gericht. Die Firma DSM klagt gegen die Stadt vertreten durch Bürgermeister Rolf Karrer und ihren Anwalt Hansjörg Wurster. Die Stadt will die Kosten für den Löschschaum nicht ersetzen weil sie ihr Selbstverwaltungsrecht verletzt sieht. Das Feuerwehrgesetz, dass zur Einsatzzeit gültig war, sieht vor, dass der Oberbürgermeister oder der Bürgermeister bei Bränden die so genannte Oberleitung über den Feuerwehreinsatz hat. Bei dem besagten Brand wurden die Vertreter der Stadt jedoch nicht über das Feuer informiert, dies wäre Aufgabe der Polizei gewesen. Stein des Anstoßes ist also, dass die zuständigen Stadtangestellten sich offensichtlich übergangen fühlten.

Werkfeuerwehr bleibt nach Löscheinsatz in Rheinfelden auf den Kosten sitzen

Der Einsatz im Jahr 2009 war kein Routineeinsatz. Mehrere Feuerwehren waren bereits vor Ort bei dem Brand in der Recyclingfirma ITZ in Rheinfelden. Das Feuer entwickelte schnell eine so große Hitze, dass sich die Stahlträger der Halle zu biegen begannen. Das Löschwasser, dass die Feuerwehr einsetzte, zeigte jedoch nicht die gewünschte Wirkung. Das Wasser perlte an den brennenden Kunststoffsäcken regelrecht ab und drohte in den unmittelbar angrenzen Rhein zu fließen. Doch neben der Gefahr für den Fluss sah der Kreisbrandmeister auch durch die massive Rauchentwicklung und die Stärke des Feuers Gefahr in Verzug. Da durch die fortgeschrittene Lage große Mengen an Löschschaum und die dafür nötige Technik benötigt wurden forderte der Kreisbrandmeister über die Rettungsleitstelle die Werksfeuerwehr der DSM an.

Die Stadt Rheinfelden will den Löschschaum nicht zahlen

Die Stadt Rheinfelden argumentiert nun, dass der Kreisbrandmeister diese Entscheidung nicht hätte treffen dürfen weil das Gesetz diese Entscheidung damals in die Hände des Bürgermeisters gelegt hatte. Der Kreisbrandmeister argumentiert im Gegenzug, dass die Alarmierung der Werksfeuerwehr der einzig mögliche Schritt gewesen sei, da nur diese die nötigen Mengen an Löschschaum besessen habe. Zudem so der Kreisbrandmeister, sei es fraglich, ob eine Werksfeuerwehr auch in Zukunft zu einem Löscheinsatz zur Hilfe eilt wenn sie am Ende selbst auf den Kosten sitzen bleibt.

Mehr zu dem Streit der Stadt Rheinfelden und der Werkfeuerwehr von DSM lesen Sie hier

Bild: retter.tv Archivbild

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