Rostock: Freiwillige Feuerwehren beenden ihren Streik

Die vier in Streik getretenen Freiwilligen Feuerwehren in Rostock sind seit Freitag wieder im Dienst, doch Vieles bleibt noch zu klären

Feuerwehr SymbolbildNach knapp zwei Wochen Ausstand haben die Freiwilligen Feuerwehren der Hansestadt Rostock am vergangenen Freitag wieder ihren Dienst aufgenommen. Auslöser für den Streik von rund 100 ehrenamtlichen Feuerwehrmännern waren, wie retter.tv berichtete, Durchsuchungen der Polizei in vier Wachen. Ausspähungen sensibler Daten lautet der Vorwurf, die Anzeige ging von der Stadtverwaltung aus.


Staatsanwaltschaft ermittelt


Beide Seiten sind sich inzwischen einig, dass die Untersuchungen zum Datenmissbrauch unabhängig von den Problemen zwischen Freiwilliger Feuerwehr und Stadtverwaltung behandelt werden. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen. Wie die Feuerwehr im Interview mit  Rostock Heute mitteilte, seien die Durchsuchungen ohne richterlichen Beschluss nur der letzte Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen brachte.


Feuerwehrmänner fühlen sich nicht ernst genommen


Als ehrenamtliche Mitglieder fühlen sich die Rostocker Feuerwehrleute besonders vom Brandschutz-und Rettungsamt nicht ernst genommen.  18 Punkte umfasst eine Forderungsliste der Freiwilligen Feuerwehren. Größtenteils ständen dort nur Wünsche und Forderungen darauf, die seit Jahren bestehen würden. Laut den Freiwilligen Feuerwehren in  Rostock seien unzählige Wehrführerversammlungen der letzten Jahre ohne Ergebnis geblieben.


Öffentliche Entschuldigung


Der erste Punkt der Liste wurde zumindest erfüllt. So hat sich Senator Holger Matthäus am Freitag noch einmal persönlich und öffentlich dafür entschuldigt, dass mit den Durchsuchungen der Eindruck entstanden sein, dass die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren unter Generalverdacht gestellt würden.


Lange Liste


Doch die Liste der Forderungen ist lang: Marode Gebäude, veraltete Fahrzeuge und mangelhafte Schutzkleidung sind nur einige der Punkte. In gemeinsamen Gesprächen sollen diese in den nächsten Wochen sukzessive abgearbeitet werden. Vor allem aber das Zwischenmenschliche, das Gefühl vom Brandschutz- und Rettungsamt nicht ernst genommen zu werden, kränkt und verärgert die Ehrenämtler. In der Schusslinie der Freiwilligen Feuerwehren steht aufseiten der Berufsfeuerwehr besonders der Personalratsvorsitzende des Brandschutz- und Rettungsamtes Steffen Sieratzki, der „massiv Öl ins Feuer gießt“, so Ebeling. Sieratzki meldete sich heute über die BTB-MV erneut mit einem Offenen Brief zu Wort.


Offener Brief vom Brandschutz- und Rettungsamt


„Ich würde mir wünschen, dass die Abteilungsleiter und Stabsmitarbeiter einschließlich der Amtsleitung an einem gemeinsamen Strang ziehen“, blickt Ebeling verhalten hoffnungsvoll in die Zukunft, vor allem, wenn endlich die Posse zum Thema Amtsleiter-Besetzung ein Ende hat und es wieder einen festen Ansprechpartner für die freiwilligen Helfer gibt. „Ob das mit dem Personalrat noch funktioniert, weiß ich nicht.“


Die Ruhe vor dem Sturm?!


Vorläufig ist Ruhe eingekehrt im Streit zwischen den Freiwilligen Feuerwehren in Rostock und der Hansestadt. Ob es die Ruhe nach oder vor dem Sturm ist, wird die Zukunft zeigen. Hier gibt es weitere Infos zum Thema.


Bild: retter.tv Symbolbild

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