Scheunenbrand hält Feuerwehr auf Trab, Gasthaus öffnet extra zur Versorgung der Einsatzkräfte

Müllheim | am 19.01.2017 - 10:01 Uhr | Aufrufe: 3223

Am Dienstag sind zwei Scheunengebäude, die eng an einem Wohn- und Gästehaus in Sehringen standen, bis auf die Grundmauern abgebrannt. Dabei stellten riesige Brennholzstapel, die in den Scheunen gelagert waren, die Feuerwehren vor eine große Aufgabe. Die Feuerwehr Badenweiler war noch bis in die Abendstunden des gestrigen Mittwochs mit Nachlöscharbeiten beschäftigt

Wie badische-zeitung.de berichtet, stand schon bei der Anfahrt der Einsatzkräfte am Dienstagnachmittag ein mehr als zwölf Meter hohes Flammenmeer über dem Gebäudeensemble im Obermattweg. Erst als die Flammen aus den Nebengebäuden schlugen, wurde der Brand von Nachbarn und Passanten entdeckt. Zahlreiche Notrufe wurden bei der Integrierten Leitstelle in Freiburg registriert und es wurde schnell klar, dass weitere Feuerwehren aus der Nachbarschaft für die Brandbekämpfung notwendig würden. Neben sämtlichen Abteilungen der Gesamtwehr Badenweiler unterstützte wenige Minuten später nach Einsatzbeginn ein Löschzug der Feuerwehr aus Müllheim.

Löschwasser drohte zu gefrieren

Es war schwierig für die Einsatzkräfte, zum Brandherd vorzurücken, da die Hitze zu groß war und ein Vorrücken in den kleinen Innenhof wegen der Flammen praktisch unmöglich geworden war. Auch das Löschwassernetz in dem hanglagigen Ortsteil und die Kälte stellten die Einsatzkräfte vor eine Herausforderung – das Löschwasser, das in großen Mengen benötigt wurde, drohte zu gefrieren. So unterstützten die Tanklöschfahrzeuge die Einsatztrupps mit Wasser, um das Hydrantennetz zu entlasten, bis die Wasserversorgung von einer etwa einhundert Meter entfernten Zisterne aufgebaut war. Dieser Löschteich versorgte später eine weitere Versorgungsleitung zum Einsatzort.

Gasthaus öffnete extra, um Einsatzkräfte zu versorgen

Die Hitzeentwicklung war so groß, dass in der ersten Phase der Löscharbeiten ein benachbartes Wohnhaus mit Wasser gekühlt wurde. Am Gästehaus selbst griffen die Flammen auf die Dachränder und die beiden Gauben über, konnten aber vom engagierten Einsatz der Löschtrupps unter Kontrolle gehalten werden. so dass am Ende der Schaden an den beiden Gebäuden selbst trotz des verheerenden Feuers überschaubar blieb. Die Anwohner der umliegenden Häuser halfen währenddessen auf ihre Weise: Das nahegelegene Gasthaus öffnete extra, damit sich die Einsatzkräfte aufwärmen konnten und etwas zu trinken bekamen. Außerdem wurden die Helfer mit heißer Kartoffel- und Gulaschsuppe versorgt. Ähnliche Unterstützung kam nachts auch von anderen Nachbarn.

Nachlöscharbeiten zogen sich bis Mittwochabend

Nach Einbruch der Dunkelheit fällten die Führungskräfte eine Entscheidung: Die Flammen besonders an den Holzstapeln wurden nun mit Schaummittel erstickt. Hitze und Glut schwelten aber die ganze Nacht über den Holzstapeln, so dass die Löschmannschaft ständig mit Nachlöscharbeiten beschäftigt waren, die sich noch bis in die frühen Abendstunden hinzogen. Der Bezirksdienst des Müllheimer Polizeireviers hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Nach ersten Schätzungen liegt der Schaden bei mindestens 200 000 Euro.

Bildquelle: retter.tv Symbolbild

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