Schlaganfall: Leitstelle schickt KTW statt RTW, wer trägt die Schuld an 60 Minuten Wartezeit?

Osnabrück | am 28.12.2012 - 05:21 Uhr | Aufrufe: 12190

Die Leitstelle Osnabrück hat am 28.Dezember einen Krankentransportwagen zu einem Schlaganfall-Patienten geschickt. Die Anruferin und die Leitstelle streiten nun, wer daran die Schuld trägt.

Die Anruferin wird wach, als ihr Ehemann am 28. Dezember gegen 5.45 Uhr am ganzen Körper zu zittern beginnt. Rund 45 Minuten später ruft sie die 112 und landet in der Feuerwehr-Leitstelle in Osnabrück. Darüber, was in diesem Gespräch geschah, sind die Angaben unterschiedlich. Die Osnabrücker Zeitung hat mit den Beteiligten gesprochen und berichtet über die unterschiedlichen Ansichten. Die Anruferin gibt an, dass der Leitstellendisponent sie gefragt habe, ob der Zustand ihres Mannes lebensgefährlich sei, daraufhin habe sie geantwortet, dass ihr Mann zittere. Nach Angaben der Ehefrau habe sich die Leitstelle mit diesen Informationen zufrieden gegeben und nicht weiter nachgefragt. Tatsächlich wurde nach dem Gespräch von der Leitstelle in Osnabrück ein Krankentransportwagen los geschickt, hier beträgt die Hilfsfrist bis zu 120 Minuten.

Leitstelle Osnabrück schickt Krankentransportwagen, waren die Informationen der Anruferin fehlerhaft?

Der Leiter der Leitstelle Osnabrück schildert den Fall etwas anders. Der Leitstellendisponent habe die richtigen Fragen gestellt, die Antworten der Frau seien aber unzureichend gewesen. Schließlich sei dem Leitstellendisponenten lediglich die Information gegeben worden, dass der Patient zittere. Dass der 77 Jahre alte Mann in Wahrheit gerade einen Schlaganfall erlitten hatte, konnte laut Leitstelle nicht aus den Antworten der Frau geschlossen werden. Aus diesem Grund wurde ein Krankentransportwagen und kein Rettungswagen geschickt, dieser traf rund 60 Minuten nach dem Notruf beim Patienten ein. Letzten Endes wurde im Krankenhaus festgestellt, dass der Ehemann der Anruferin einen Schlaganfall erlitten hatte. Er hat den Schlaganfall überlebt, leidet aber nun an einer Sprachstörung. Die Ehefrau erhebt schwere Vorwürfe und gibt der Leitstelle die Schuld an dem unglücklichen Ablauf der Rettung. Um zu klären, was in den frühen Morgenstunden des 28. Dezembers tatsächlich geschehen ist, soll Anfang der Woche die Aufzeichnung des Notrufs ausgewertet werden.

Mehr zu dem Streit um die Entscheidung der Leitstelle in Osnabrück lesen Sie hier

Bild: retter.tv Archivbild, Symbolbild einer anderen Leitstelle

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