So hart sollen Gaffer künftig bestraft werden

Das Thema Gaffer nimmt einfach kein Ende. Immer wieder wird von Fällen berichtet, bei denen Schaulustige Einsatzkräfte behindern. Die Rufe nach härteren Strafen werden mittlerweile immer lauter.

Symbolbild BlaulichtImmer wieder berichten wir über Fällen, bei denen Schaulustige die Einsatzkräfte massiv behindern. Erst am Sonntag wurden die Rettungsarbeiten bei einem Unfall auf der A8 durch Schaulustige erschwert. Da sich einige von ihnen sogar aus ihren Fahrzeugen herauslehnten, um bessere Bilder zu bekommen, staute sich der Verkehr auch in der Gegenrichtung. Durch dieses unnötige Verhalten wurden die Rettungs- und Bergungsfahrzeuge in ihrer Anfahrt behindert (retter.tv berichtete). Vorfälle wie diese veranlassen nun immer mehr Verantwortliche, härtere Strafen für Gaffer zu fordern. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, möchte beispielsweise der Vorsitzende des Bayerischen Feuerwehrverbands, Alfons Weinzierl, Gaffer zu Geldstrafen von 2000 bis 3000 Euro zu verurteilen.

Berlin und Niedersachsen wollen Gesetzesverschärfung

Ein weiterer Vorschlag betrifft die Befugnisse von Notärzten: In Bayern sollen künftig auch Notärzte Platzverweise aussprechen dürfen, um sich Gaffer vom Hals zu halten (retter.tv berichtete). In Berlin und Niedersachsen geht man noch weiter und möchte eine Änderung des Strafgesetzbuches durchsetzen. Demnach soll derjenige, der „bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not Hilfeleistende der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes oder eines Rettungsdienstes behindert, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft“ werden.

Bundesrat beschäftigt sich mit Problematik

Laut Augsburger Allgemeine hat sich mittlerweile auch der Bundesrat des Themas angenommen. Dabei geht es um das Fotografieren oder Filmen von Getöteten bei Unglücken: Wer von einer getöteten Person Aufnahmen macht und diese verbreitet, dem soll eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren drohen. Doch ob härtere Strafen gegen Gaffer das Problem lösen können, ist umstritten. Erst kürzlich hat sich der Deutsche Anwaltsverein gegen Gesetzesänderungen ausgesprochen.

Bild: retter.tv Symbolbild

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