Taxifahrer verklagt Feuerwehr nach Einsatzfahrt: 4.000 Euro Schmerzensgeld nach Unfall

München | am 17.11.2016 - 09:15 Uhr | Aufrufe: 3250

Ein Taxifahrer verklagt die Feuerwehr auf 4.000 Euro Schmerzensgeld, denn er wurde angefahren, als ein Feuerwehr-LKW bei Rot über eine Ampel raste. Das Problem: Die Kameraden befanden sich klar erkennbar auf Einsatzfahrt.

Wie abendzeitung-muenchen.de berichtet kam es Anfang Juni bei Dunkelheit und Regen um fünf Uhr morgens zu dem Unfall: ein Feuerwehr-LKW prallte mit einem Taxi zusammen. Der Wagen des 49-jährigen Taxifahrers erlitt einen Totalschaden, er selbst kommt mit Prellungen an Handgelenk und Knie in ein Krankenhaus. Vor allem letzteres wurde arg in Mitleidenschaft gezogen, denn eine alte Knieverletzung am Kreuzband brach durch den Unfall wieder auf.

Feuerwehr zu 80 Prozent Schuld

Ihm selbst wurde eine Mitschuld von 20 Prozent zu Lasten gelegt, da er zu schnell gewesen sein könnte und wohl nicht auf das Martinshorn geachtet hatte. Die Feuerwehr wird zu 80 Prozent verantwortlich gemacht. Da der 49-Jährige aber nur 1.500 Euro Schmerzensgeld von der Stadt bekommen hatte, die für die Berufsfeuerwehr verantwortlich ist, zog er vor Gericht. Denn durch die Knieverletzung erleide er nun chronische Schmerzen beim Gehen – und außerdem sei er zu 100 Prozent im Recht. Nun fordert er 4.000 Euro von der Stadt, die sowohl das Schmerzensgeld als auch die hochgestufte Taxi-Versicherung ausgleichen sollen.

Feuerwehrmänner verteidigen sich

Die beiden Feuerwehrmänner, die den LKW an diesem Morgen fuhren, verteidigten sich. Denn sie hätten sich vorschriftsmäßig mit verminderter Geschwindigkeit der fraglichen Kreuzung genähert – und diese soll frei gewesen sein. Wie genau das Gericht entscheiden wird ist bislang unklar, die Verhandlungen wurden vorerst vertagt.

Bild: retter.tv Symbolbild

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