Thüringische Gemeinde muss für Einsatz von hessischer Drehleiter zahlen

Creuzburg | am 21.07.2014 - 11:27 Uhr | Aufrufe: 5718

Die Arbeit der Feuerwehr wird in jedem Bundesland anders geregelt, verantwortlich dafür sind die unterschiedlichen Feuerwehrgesetze, die Ländersache sind. Kommt es zu länderübergreifenden Einsätze, können da die verschiedenen Gesetze schon einmal zu Verstimmungen führen - wie jetzt im thüringischen Creuzburg geschehen. 

Wie die Thüringische Landeszeitung berichtet, war in Creuzburg Anfang des Jahres ein Großbrand ausgebrochen. Bei einem Hersteller von Wischtüchern hatte eine Maschine Feuer gefangen, welches sich schnell auszubreiten drohte. Nach der anfänglichen Alarmierung einiger umliegender Feuerwehren, wurden auch Drehleitern aus den nahegelegenen Städten Eisenach (Kreisfreie Stadt in Thüringen) und Sontra (Hessen) nachalarmiert. Die Zeitung berichtet weiter, dass die Drehleiter aus Eisenach zuerst am Brandort eintraf, aber dann, als die Drehleiter aus Sontra hinzukommen, offenbar wieder zurückbeordert wurde. Dieser Umstand führte zu Verwirrung, heißt es weiter, weil die Drehleiter aus Sontra schließlich auch ihren Einzugsbereich verlassen hätte. 

Hessisches Feuerwehrgesetz sieht Gemeinde in der Zahlungspflicht

Noch mehr Irritationen kamen dann laut der Thüringischen Sonntagszeitung aber auf, nachdem der Stadt Creuzburg nach dem Brand eine Rechnung von Sontra ins Haus flatterte. Darin wurde für drei Feuerwehrfahrzeug und 14 Feuerwehrleute ein Betrag von 2895 Euro gefordert. Ärger gab es deshalb auf seiner der Creuzburger, die in ihrem thüringischen Feuerwehrgesetz eine unentgeltliche Hilfeleistung auch für Unternehmen vorgesehen haben, wenn keine Schuld am Brand nachzuweisen ist. Doch in Hessen sei dies anders, dort könnten Unternehmen, bei denen ein Brand gelöscht wird, für die Begleichung der Kosten für Löschmittel herangezogen werden. Da die Sontraer Feuerwehr den Creuzburgern half, muss nach hessischem Recht dann die Gemeinde Creuzburg für die Kosten aufkommen, schreibt die Zeitung weiter. Letztendlich sei, nach erneuter Kalkulation, eine Summe in Höhe von 1635 Euro zu zahlen gewesen, die inzwischen auch beglichen sei. Doch für die Zukunft, berichtet die Thüringische Landeszeitung, wolle man solchen Probleme aus dem Weg gehen und eine eigene Drehleiter anschaffen - die sogar schon bestellt ist.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

Bild: retter.tv Symbolbild 

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