Tod von sechs Jugendlichen: Feuerwehr warnt vor Gefahr durch Kohlenmonoxid

Arnstein | am 01.02.2017 - 08:19 Uhr | Aufrufe: 1650

Nach dem schrecklichen Fund von sechs toten Jugendlichen steht die Todesursache nun fest: Alle Toten starben an einer Kohlenmonoxidvergiftung.

Symbolbild BlaulichtAm Wochenende sorgte der Fall von sechs toten Jugendlichen im unterfränkischen Arnstein für Entsetzen: Laut Medienberichten hatten die Heranwachsenden in einem Gartenhäuschen eine Party gefeiert. Als einer der Väter sich Sorgen machte, weil er nach der Party nichts von seinen Kindern gehört hatte, machte er sich auf dem Weg zu der abgelegenen Laube. Dort machte er dann den grausigen Fund. Noch am Sonntag schloss die Polizei ein Gewaltverbrechen aus, nun steht auch die tatsächliche Todesursache fest: Alle sechs Jugendlichen starben an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Woher das giftige Gas kam, steht noch nicht fest. Möglicherweise gab es einen Defekt an dem Holzofen, mit dem die Feiernden das Gartenhäuschen heizten.

Deutscher Feuerwehrverband warnt vor Gefahr durch Kohlenmonoxid

In Verbindung mit diesem tragischen Fall in Arnstein, hat der Deutsche Feuerwehrverband nun noch einmal eindringlich vor den Gefahren von Kohlenmonoxid gewarnt: Es ist geruchs- und geschmacklos und schon wenige Atemzüge können zum Tod führen: Kohlenmonoxid entsteht bei einem unvollständigen Verbrennungsvorgang. „Häufig sind mangelnde Belüftung, fehlerhafte Verbrennung in Öfen oder Defekte an Gasthermen die Ursachen“, warnt Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), vor dem Hintergrund der tödlichen Kohlenmonoxidvergiftung bei sechs jungen Menschen in Arnstein (Bayern). „Immer wieder kommt es auch zu Einsätzen der Feuerwehr aufgrund ausgasender Kohlereste etwa von Shisha-Pfeifen oder Grills in geschlossenen Räumen“, berichtet der Experte.

Kohlenmonoxid ist für den Menschen nicht zu bemerken. Das Gas mit dem Kürzel CO bindet sich im Blut an die roten Blutkörperchen (Hämoglobin) und verdrängt dabei den Sauerstoff. Nach wenigen Atemzügen kann dies bereits zu schweren Vergiftungserscheinungen und zum Tod führen. In den letzten Jahren sind immer mehr Feuerwehren mit CO-Warngeräten ausgerüstet, die bei Überschreiten einer Warnschwelle Alarm schlagen. „Schon im Verdachtsfall einer Kohlenmonoxidvergiftung sollte man schnell reagieren“, appelliert Hachemer.

Der Deutsche Feuerwehrverband gibt folgende Handlungshinweise:

• Achten Sie beim Betrieb von Shisha-Pfeifen oder ähnlichen Geräten auf ausreichende Belüftung. Grillen Sie nie in geschlossenen Räumen – dies gilt auch für das Abkühlen der Kohle!

• Nehmen Sie beim Betrieb von Verbrennungsöfen oder gasbetriebenen Geräten plötzlich auftretende Kopfschmerzen ernst – sie sind ein erstes Anzeichen für eine mögliche Vergiftung. Begleitet werden sie unter Umständen von Bewusstseinseintrübung.

• Beim Verdacht des Auftretens von Kohlenmonoxid verlassen Sie sofort den betroffenen Raum. Sofern möglich, sollte man die Fenster öffnen, um zu lüften.

• Wenn es Ihnen ohne Eigengefährdung möglich ist, schalten Sie das möglicherweise verursachende Gerät aus oder entfernen den Auslöser aus der Wohnung.

• Alarmieren Sie im Verdachtsfall Feuerwehr und Rettungsdienst über die europaweit gültige Notrufnummer 112!

Nicht nur umsichtiges Handeln, sondern auch Vorsorge können dazu beitragen, Unfälle zu verhindern:

• Ein wichtiger Beitrag zur Prävention ist die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage zum Beispiel durch den Schornsteinfeger. Diese ist ein Mal pro Jahr Pflicht. So kann beispielsweise festgestellt werden, ob ein Lüftungskanal blockiert wird und die Heizgase oder Abgase daher nicht einwandfrei abziehen. Dies kann auch durch Vogelnester verursacht werden.

• Verwenden Sie die Anlagen sachgemäß. Bei Etagenheizungen sind die Lüftungsschlitze der jeweiligen Türen der Gasthermen frei zu halten und nicht zu verstellen, sonst erhält die Anlage zu wenig Sauerstoff.

• Es gibt mittlerweile Rauchmelder, die auch vor der Freisetzung von Kohlenmonoxid warnen. Sinnvoll ist die Installation eines solchen Gerätes in der Nähe der Gastherme. Erhältlich sind diese speziellen CO-Melder im Fachhandel.

Quelle: Deutscher Feuerwehrverband

Bild: retter.tv Symbolbild

 

 

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