Übung an der Staustufe Bertoldsheim: Unfallszenario Schleusenkammer

Bertoldsheim | am 05.10.2011 - 10:18 Uhr | Aufrufe: 828

Feuerwehren und BRK-Rettungsdienst proben Bergung an der Staustufe Bertoldsheim.

Übung an der Staustufe Bertoldsheim: Unfallszenario Schleusenkammer

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„Arbeitsunfall an der Staustufe Bertoldsheim, ein Techniker hat sich schwer verletzt, er liegt bewusstlos in 15 Meter Tiefe der derzeit trockengelegten Schleusenkammer“ – so lautete am Mittwochabend der Funkspruch, der die Feuerwehren alarmierte. Das Szenario war glücklicherweise nur eine Übung, die zugleich ein Novum für 60 Rettungskräfte darstellte. Involviert waren die Wehren aus Bertoldsheim, Rennertshofen und Neuburg sowie der BRK-Rettungsdienst.

Die Staustufe Bertoldsheim ist derzeit eine Großbaustelle. 15 bis 30 technische Fachleute sind dort wechselweise beschäftigt. Die meisten Revisionsarbeiten finden an den Turbinen und im Schleusenraum statt. Dafür gibt es nur zwei Zugänge. Ein Weg ins Innere führt über eine lediglich 30 Zentimeter große Öffnung, eine Leiter und Treppen in die Tiefe. Der weitere Einlass weitere 15 Meter senkrecht nach unten ist derzeit wegen der Demontage der Sicherungseinrichtung nicht passierbar. Diese Luke ist mit Öffnung an Rechen und Kran auf der Donaubrücke 40 Zentimeter groß. Diese Handicaps machten die Übung zu einer großen Herausforderung.

Funkverkehr eingerichtet

Die Feuerwehr Bertoldsheim war als Ortswehr Ausrichter der Gemeinschaftsübung. Kommandant Jürgen Lang koordinierte das Manöver. Eingangs wurde für das richtige Zusammenspiel ein Funkverkehr eingerichtet und die Staustufe, vor allem der Eingangsbereich in die Schleuse, beleuchtet. Die Einsatzkräfte stiegen über die 30 Zentimeter Öffnung nach unten. Feuerwehrmann Stefan Ortler aus Neuburg mimte den Verletzten. Als Erste waren die Frauen und Männer vom First Responder der Feuerwehr Rennertshofen bei dem Verunglückten, gefolgt vom BRK-Rettungsdienst und den Feuerwehren mit Gerätschaften. Die Diagnose hieß Bewusstlosigkeit sowie partielle Lähmungserscheinungen an den Beinen und im Rücken. Für die Bergung ins Freie hatte man sich die 40 Zentimeterluke ausgewählt, allerdings ging es an dieser Stelle 15 Meter senkrecht nach oben. Für dieses Szenario war die Höhensicherungsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Neuburg mit dabei.

Lob vom Kommandanten

Nach der medizinischen Erstversorgung wurde der Verletzte auf eine Korbschleiftrage mittels Sicherungsgurte befestigt und via Seilumlenkrolle aus der Schleusenkammer gehievt. Nachdem der Verletzte, der selbst Mitglied der Höhensicherungsgruppe der Neuburger Wehr ist, wieder sicher auf den Beinen stand, konstatierte Kommandant Jürgen Lang: „Super gemacht. Die Übung wurde erfolgreich absolviert und ist hiermit beendet“.

Lob zollten Beobachter aus der Gemeinde, allen voran zweiter Bürgermeister Wolfgang Fürmann, und die Hausherren im Stauwerk von der Firma Eon. Der stellvertretende Bauleiter Tim Müller beobachtete zusammen mit seinen Arbeitern interessiert die Übung. „Schließlich können derartige Unfälle nie gänzlich ausgeschlossen werden“, meinte Müller. Für den Notfall am Wasserkraftwerk sind die Feuerwehren und der BRK-Rettungsdienst, wie sich bei der Gemeinschaftsübung gezeigt hatte, gut gerüstet.

Text- und Bildautor: Xaver Habermeier

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