Unfassbarer Streit: Familie klagt Freiwillige Feuerwehr im Fernsehen an

Korneuburg | am 10.06.2016 - 12:56 Uhr | Aufrufe: 15908

In Österreich geht gerade ein Fall durch die Medien, der bereits vor zwei Monaten ausführlich thematisiert wurde (retter.tv berichtete). Eine Familie, die direkt neben eine Feuerwache gezogen ist, beschwert sich seit Monaten über den Lärm. Vor allem das Martinshorn sei unzumutbar für die Nachbarn und werde scheinbar sowieso missbräuchlich eingesetzt. Nun geht die Familie mit ihrer Anklage ins Fernsehen.

Das benachbarte Ehepaar würde sich scheinbar vom Martinshorn in ihrer Gesundheit gestört fühlen, weshalb sich die Lenker der Feuerwehr Korneuburg seit Monaten nach Einsatzfahrten bei der Bezirkshauptmannschaft verantworten müssen. Das geht aus einem Beitrag der Facebook-Seite noe122.at hervor. Zwar wurde jedes einzelne Verfahren schlussendlich eingestellt, die Nachbarn können es dennoch nicht dabei belassen und melden sich bei jeder Einsatzfahrt der FF Korneuburg wieder zu Wort. Sind sie dann der Meinung, dass bei den jeweiligen Einsatzfahrten nicht „Gefahr im Verzug“ vorlag, dann erstatten sie Anzeige. Der Grund: Gesundheitsgefahr!

Stellungnahme auf Facebook

In diesem Facebook-Beitrag findet sich auch eine Stellungnahme des Pressesprechers des NÖ Landesfeuerwehrkommandos. Denn die betroffene Feuerwehr wurde ins Fernsehen eingeladen, da die Familie nun an der Sendung „Bürgeranwalt“ teilnehmen möchte, um die Sache publik zu machen. Die Antwort auf diese „Einladung“ ist ganz klar formuliert: Die Feuerwehr wird nicht zur Sendung erscheinen, weil „es nicht sein kann, sich für etwas verantworten zu müssen, wofür es keinerlei Veranlassung gibt.“ Stattdessen gibt es die Stellungnahme, die sich an die Redaktion des „Bürgeranwalts“ richtet.

Ehepaar habe sich in vollem Bewusstsein neben Feuerwehr niedergelassen

Demnach sei das Wohnhaus, in dem das streitlustige Ehepaar lebt, erst nach der Eröffnung der Einsatzzentrale im Jahr 1989 gebaut worden. Somit müsste das besagte Ehepaar ziemlich sicher gewusst haben, in welche Nachbarschaft es zieht, und was für (hörbare) Konsequenzen das nach sich ziehen kann. Der Forderung, in Zukunft auf Signaltöne bei Einsatzfahrten zu verzichten, könne die Feuerwehr natürlich nicht nachgehen.

Man muss immer erst einmal vom „worst case“ ausgehen

Denn „die Abgabe einzelner Signaltöne oder des Folgetonhorns liegt einzig und allein im Ermessen des Lenkers. Er ist für die Sicherheit der Mannschaft im Einsatzfahrzeug und auch für jene der anderen Verkehrsteilnehmer verantwortlich.“ Dabei sei auch immer, egal welche Einsatzlage vorliegt, erst einmal von „Gefahr im Verzug“ auszugehen.

Man muss Kompromisse eingehen – in diesem Fall aber nicht!

Der Pressesprecher vertritt eine klare Meinung zu der Anklage: „Wie wir wissen, besteht das Leben aus Kompromissen. In diesem speziellen Fall sehen wir jedoch keinen Ansatz dafür.“ Wie der Streit ausgehen wird, ist bislang nicht absehbar. Klar ist jedoch, dass beide Seiten nicht vorhaben, einen Schritt aufeinander zuzugehen. Bleibt also abzuwarten, was der „Bürgeranwalt“ dazu zu sagen hat. Die Sendung wird am 11. Juni um 17:30 Uhr im ORF2 ausgestrahlt.

Bild: retter.tv Symbolbild

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