Via sicura: Kampf gegen Null-Promille-Grenze für Feuerwehrleute im Einsatz

Null Promille Blutalkohol – das gilt auf Schweizer Straßen. Nicht nur für „normale“ Verkehrsteilnehmer, auch für Feuerwehrleute im Einsatz. Die neue Regelung „Via sicura“ stellt die Retter vor enorme Probleme.

Weniger Todesopfer und Verletzte auf den schweizerischen Strassen. Das ist das Ziel von Via sicura, dem Handlungsprogramm für mehr Sicherheit im Strassenverkehr. Für manche Teilnehmer des Schweizer Straßenverkehrs hat das Programm jedoch gravierende Folgen. Nach den Beschlüssen droht bei einer massiven Geschwindigkeitsübertretung eine Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr. Und auch für Feuerwehrleute am Steuer gilt nun die Null-Promille-Grenze. Kein Problem? Doch!

Null-Promille-Vorgabe stellt Feuerwehren vor Probleme

Viele Feuerwehrleute üben den Dienst freiwillig aus. Die Null-Promille-Vorgabe stellt viele Retter dabei vor große Probleme. Ein Brand entsteht schließlich meist unvorhergesehen – häufig sogar nachts. Wer verlangt, dass freiwillige Feuerwehrleute deshalb schlichtweg nie etwas trinken – es könnte schließlich immer zum Einsatz kommen – der geht wohl etwas zu weit. Aber momentan gilt: Würde bei einem Feuerwehrmann bei einem Rettungseinsatz Alkohol im Blut festgestellt werden, und sei der Wert noch so gering, könnte der Retter dafür strafbar gemacht werden.

Regelung ist für Miliz-Feuerwehren nicht umsetzbar

Wie 20.min. berichtet wagt BDP-Nationalrat Guhl, der selbst Feuerwehrmann ist, deshalb nun einen Vorstoß. Er fordert dabei, dass wieder eine Grenze von 0,5 Promillen eingeführt wird, aber nur für Fahrer von Tanklöschfahrzeugen bei Rettungseinsätzen. Auch der Schweizerische Feuerwehrverband steht hinter dieser Forderung. Denn die aktuelle Regelung sei in den Reihen der freiwilligen Feuerwehr schlichtweg nicht umsetzbar. Auch der präsident des Kantonalen Feuerwehrverbandes Zürich schließt sich an. Das Alkoholverbot bei Feuerwehren sei nicht durchdacht, so der Bericht von 20.min. Man könne nur ausrücken, wenn ein Fahrer, der garantiert keinen Restalkohol im Blut habe eingerückt sei – das würde wichtige Zeit, und im Ernstfall vielleicht Menschenleben, kosten. Weitere Kritik bezieht sich auf die Freizeit der Feuerwehrleute. Schließlich könne man den Miliz-Feuerwehrleuten, die sowieso nur einen sehr geringen Lohn für ihre Arbeit erhalten, nicht die noch verbleibende Freizeit gravierend einschränken.

ASTRA will Antwort des Bundesrates abwarten

Das Schweizer Bundesamt für Strassen beteuert, dass es für das Anliegen der Feuerwehren durchaus Verständnis habe. Wie die Sache ausgeht hängt jedoch auch von der Antwort des Bundesrates ab.

Bild: retter.tv Symbolbild

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