Video-Tipp: Ein Gaffer vor dem Mikrofon

Gaffer und Schaulustige sind ein zunehmendes Problem im Rettungseinsatz. Dabei ist deren Zahl immer noch eine Dunkelziffer. Eine Doku des WDR beleuchtet das Thema aus verschiedenen Perspektiven.

Moritz Lünenschloss ist seit neun Jahren als Rettungssanitäter bei der Berufsfeuerwehr Hagen tätig und hat in seiner Laufbahn schon so einiges erlebt. Der Umgang mit Gaffern gehört dabei schon fast schon zum Einsatzalltag dazu. Der WDR hat ihn in einer Reportage bei Einsätzen begleitet, um das Problem Gaffer hautnah zu erleben. Tatsächlich behindern Schaulustige regelmäßig den Verkehr, vor allem, wenn direkt aus dem Fahrzeug heraus gefilmt wird. Diese Mitschnitte landen dann im Internet – und werden tausendfach geklickt.

Gaffer sind ein anhaltendes Problem

In der Reportage sieht man auch, wie sich die Rettungskräfte zu wehren versuchen. In Baden-Württemberg kommen teilweise sogar Schutzwände zum Einsatz, um die neugierigen Blicke abzuschirmen. Bis diese aufgebaut sind, vergeht jedoch wichtige Zeit – oder man muss stets zusätzliche Retter anfordern. Moritz Lünenschloss sagte dem WDR gegenüber selbst, das sei eigentlich nicht die Aufgabe der Rettungskräfte. Ihm und seinen Kollegen fehlt jegliches Verständnis für die „Sensationsgeilheit“ vieler Menschen.

Es geht auch anders

Zum Glück sind längst nicht alle Menschen so. Im Video des WDR sieht man auch Personen, die Zivilcourage lernen wollen, und auch solche, die sich schon verdient gemacht haben. Jedes Jahr werden überall im Land Preise für Zivilcourage vergeben, an Leute, die nicht tatenlos danebenstehen. Das scheint allerdings trotz aller Bemühungen noch nicht selbstverständlich zu sein. Lünenschloss erzählt von einem Erlebnis, als eine junge Frau verletzt an einer Straße lag, umringt von so vielen Menschen, dass die Retter bei ihrem Eintreffen gerade mal die Beine gesehen haben.

Ein Gaffer meldet sich zu Wort

Der WDR nutzt auch die Gelegenheit und lässt anonym einen Gaffer zu Wort kommen. Die Reporter kontaktieren ihn über ein Video, das er ins Internet gestellt hat. Sein Gesicht sieht man nicht, aber seine Stimme hört man. Er hat kein Problem damit, sich selbst als „sensationsgeil“ und auch als „Gaffer“ zu bezeichnen und filmt, um sich die Geschehnisse im Nachhinein „in Ruhe“ ansehen zu können. Man merkt auch dem Moderator des WDR im Gespräch an, dass er verstimmt ist und kein Verständnis für die Aussagen des Gaffers hat.

Hier der Link zur Reportage: http://bit.ly/2FVn1yE

Bildquelle: retter.tv-Symbolbild

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