Voerde Emmelsum: Feuerwehr stellt ein Ultimatum

Voerde Emmelsum | am 23.08.2013 - 09:55 Uhr | Aufrufe: 10617

Da sich die Verantwortlichen für die Bergung von Schiff und Ladung nicht einigen können, hat die Voerder Feuerwehr zum ersten Mal ihren Dienst niedergelegt.

Feuerwehr Symbolbild

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Seit 30 Jahren ist Ernst Wardemann bei der Voerder Feuerwehr. Am Mittwoch hatte auch er genug und brach zum ersten Mal einen Einsatz ab. Der Grund dafür: Die Frage danach, wer die Kosten, falls bei der Bergung der Ladung des havarierten Schiffs im Emmelsufer Hafen etwas schiefgeht übernimmt, war ungeklärt. Deshalb packte der Wehrführer der Voerder Feuerwehr mit seiner Mannschaft die Sachen zusammen und stellte allen an der Bergung beteiligten ein Ultimatum.

Das Schiff war bereits am Dienstag Leck geschlagen

Schon am Dienstag war die „Eufraat" bei dem Versuch ein rund 150 Tonnen schweres Spezialgetriebe zu verladen, Leck geschlagen. Das Getriebe löste sich vom Haken des Krans und durchschlug den Schiffsboden. Die Feuerwehr Voerde rückte aus und pumpte das ständig einfließende Wasser in den Wesel-Dattel-Kanals zurück. Sie wollten den Untergang des Schiffes verhindern.

Kostenfrage ungeklärt

Während die Feuerwehr Voerde unterstützt vom Technischen Hilfswerk fleißig arbeitete, konnten sich aber die Sachverständigen und Anwälte des Spediteurs, des Bootsbesitzers und der Verpackungsfirma nicht einigen, wer die Kosten übernimmt, falls bei der Bergung der Ladung etwas schiefgeht. Gegenüber der Rheinischen Post erklärte Wardemann, dass es sich dabei um ein Armutszeugnis auf allen Entscheidungsebenen handle.

Feuerwehr Voerde stellt Ultimatum

Als die Anwälte dann einen Termin zur Lösungsfindung für Donnerstag vereinbaren wollten, stellte Wardemann allen das Ultimatum, da er seine Leute keine weitere Nacht am Unglücksort arbeiten lassen wollte. Er erklärte, dass dann ein Privatunternehmen das Wasser pumpen müsse und plötzlich kam Bewegung in die Geschichte. Das havarierte Schiff wurde zumindest stabilisiert, so dass keine akute Gefahr mehr für ein Absinken bestand. Danach war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Erst wenn die Parteien eine Lösung gefunden haben, ist die Feuerwehr Voerde wieder im Geschäft. Weitere Informationen finden Sie hier:

Bildquelle: retter.tv Symbolbild

 

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