Wenn Feuerwehrmänner geblitzt werden - Was ist erlaubt?

Österreich | am 07.11.2013 - 10:20 Uhr | Aufrufe: 66829

Der Fall eines Feuerwehrmannes der unmittelbar vor dem Gerätehaus in seinem Privatauto geblitzt wurde, schlug hohe Wellen. Der Feuerwehrmann wollte sich so schnell wie möglich auf den Weg zum Einsatz machen, allerdings zu schnell für die Polizei. Für zwei Wochen muss der Kamerad der der Feuerwehr Maria Rain (Österreich) nun seinen Führerschein abgeben.

Insgesamt drei Feuerwehrmänner der Feuerwehr Maria Rain wurden an diesem Tag auf dem Weg zum Einsatz von der Polizei geblitzt. Kurz vor dem Gerätehaus nahm die Polizei die Messung vor, retter.tv berichtete. Ein Feuerwehrmann muss seinen Führerschein nun für 14 Tage abgeben. Der Kommandant der Feuerwehr Maria Rain zeigte sich empört. Man sei zu einem Brandeinsatz in Tschedram alarmiert worden. Ein bisschen mehr Feingefühl von der Polizei hätte sich der Feuerwehr-Kommandant schon erwartet.

Das Dilemma der Feuerwehrmänner

Doch was ist erlaubt und was nicht? Wenn es in einem Notfall um jede Sekunde geht, kann es schon mal vorkommen, dass ein Feuerwehrmann auf dem Weg zum Gerätehaus zu schnell unterwegs ist. Das sei das Dilemma der rasenden Retter, wie die Kleine Zeitung am heutigen Donnerstag berichtet. Heftige Diskussionen werden ausgelöst, wenn Feuerwehrmänner auf dem Weg zum Einsatz in ihrem Privatauto geblitzt werden. Da stellt sich die Frage, wo die Prioritäten gesetzt werden: Ist es wichtiger so schnell wie möglich Hilfe zu leisten, oder auf die Verkehrsregeln Rücksicht zu nehmen?

Keine Sonderstellung für Feuerwehrmänner

Zunächst sei klarzustellen, dass Feuerwehrleute mit Sicherheit auf dem Weg zum Einsatz unter Druck stehen. Doch dies räume ihnen keine Sonderstellung in der Straßenverkehrsordnung ein.  Allerdings gibt es in Österreich in wenigen Fällen auch Ausnahmen. Bestimmte Rechtfertigungsgründe würden eine Strafbarkeit  ausschließen. Es handelt sich dabei um einen entschuldigenden Notstand. In einem solchen Fall wurde ein Autofahrer nicht bestraft, obwohl er sich betrunken mit 1,7 Promille hinters Steuer gesetzt hatte. Er hatte einer Bekannten, die kollabiert war, geholfen. Da es am Berg keinen Empfang gab um den Rettungsdienst zu alarmieren, brachte er die Frau von einer Alm ins Tal. Die Alkoholisierung wurde entschuldigt. Allerdings hieße das nicht, dass Verkehrsvorschriften außer Kraft treten, wenn die Sirene heult, so ein Polizeijurist gegenüber der Kleinen Zeitung.

Einsatzfahrzeug der Feuerwehr

Nur wenn die Einsatzkräfte der Feuerwehr in einem Einsatzfahrzeug unterwegs sind, gelten Sonderrechte. Fahrzeuge mit Blaulicht haben immer Vorrang. Auf dem Weg zum Einsatz im Feuerwehrfahrzeug sind die Fahrer nicht an die Verkehrsvorschriften gebunden. Allerdings nur solange niemand gefährdet und auch nichts beschädigt wird. Wie ein Jurist des Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touringclubs (ÖAMTC) erklärt, sei es ebenfalls erlaubt rote Ampeln an einer Kreuzung zu überqueren, wenn der Lenker vorher anhält. Auch Einbahnstraßen dürfen in falscher Richtung durchfahren werden, wenn das Ziel nicht in der gebotenen Zeit erreicht werden könne.

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Bild: retter.tv Symbolbild

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