Wettkampf um den größten Brand: Feuerwehrmänner mehrfach angeklagt

Münster | am 23.08.2016 - 09:30 Uhr | Aufrufe: 1331

In Münster stehen aktuell fünf Männer vor Gericht, die sich für mehrere teils schwere Brände verantworten müssen. Dabei handelt es sich unter anderem um vier ehemalige Feuerwehrmänner. Mit einem Geständnis der Angeklagten sei aber wohl nicht zu rechnen.

Wie Die Welt berichtet begann der Prozess nun fünf Jahre nach einem großen Flächenbrand an der deutsch-niederländischen Grenze, der den Angeklagten zur Last gelegt werden soll. Doch das ist nicht das einzige Feuer, für das die vier ehemaligen Feuerwehrleute und der Landmaschinentechniker verantwortlich gemacht werden sollen. Insgesamt geht es um elf Brände unterschiedlicher Ausdehnung, die die Staatsanwaltschaft den Angeklagten vorwirft.

Großbrand in Naturschutzgebiet

Der Schlimmste war jedoch das Feuer im Naturschutzgebiet Amtsvenn im August 2011. Die Feuerwehr bekämpfte damals zwei Tage lang den Großbrand mit mehr als 500 Einsatzkräften. Erst dann war das Gelände vollständig gelöscht. Doch das Moor- und Heidegebiet war danach zerstört – auf einer Fläche von umgerechnet fast 200 Fußballfeldern.

Kurze Zeit später: Mutmaßliche Brandstifter festgenommen

Bereits kurze Zeit später hatte die Polizei bei der Suche nach den Brandstiftern einige Verdächtige vorzuweisen – von denen die Mehrheit ausgerechnet Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Gronau sein sollen. Mittlerweile ist zumindest die Staatsanwaltschaft davon überzeugt, dass die fünf Freunde (alle zwischen 22 und 28 Jahren) sich einen Spaß daraus gemacht haben, diese Feuer zu legen – wie in einer Art Wettbewerb.

600.000 Euro Sachschaden

Von Heuballen über Holzbalken und ganze Scheunen bis hin zu einem Gebäudebrand in einem Kloster – elf Feuer dieser Art sollen die Angeklagten gelegt haben. Der Höhepunkt war dann wohl das Naturschutzgebiet. Der Sachschaden beläuft sich laut Anklage auf rund 600.000 Euro. Doch eindeutige Beweise konnten die Ermittler trotz mühsamer Kleinarbeit nicht herbeischaffen. Es sind lediglich Indizien, wenn diese auch teils sehr gut ins Gesamtbild passen.

SMS sollen Schuld beweisen

So habe es zwei Kurznachrichten auf dem Handy eines der Angeklagten gegeben, in denen laut Welt folgendes zu lesen war: „Damit bin ich ja jetzt wohl auf Platz 1.“ sowie „Das Stroh ist ja auch erst nicht angegangen.“. An den Zusammenhang, in dem er diese Nachrichten verfasst hatte, könne sich der betroffene Mann jedoch nicht mehr erinnern.

Urteilsverkündung erst im Oktober

Noch ist der Ausgang der Verhandlungen unklar. Der einzige Angeklagte, der kein Mitglied der Feuerwehr war, habe die Vorwürfe zum Prozessauftakt von sich gewiesen. Die anderen Angeklagten wollen sich bislang nicht dazu äußern. Das Urteil sei aber wohl erst im Oktober zu erwarten.

Bild: retter.tv Symbolbild

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