Zu schlechte Information im Katastrophenfall, Thüringer Feuerwehr-Verband warnt

Der Thüringer Feuerwehr-Verband (ThFV ) warnt auf seiner Homepage vor Defiziten bei der Warnung der Bevölkerung im Katastrophenfall.

Symbolbild SireneDer Verbandschef Lars Oschmann beklagt vor allem, dass es heute in vielen Orten keine Sirenen mehr gibt. Ein adäquater Ersatz dafür wurde aber bisher nicht gefunden, der „bestehende Flickenteppich“ müsse schnellstens beseitigt werden. Der Verbandschef fordert deshalb, dass die Menschen im Katastrophenfall über möglichst viele Wege informiert werden. Nur auf diese Weise könne man den Großteil der Bevölkerung erfolgreich vor Gefahr warnen. Aus diesem Grund spricht sich der Thüringer Feuerwehr-Verband für das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe vorgeschlagene modulare Warnsystem aus. Dieses System sieht vor, dass die Bevölkerung in Zukunft zum Beispiel über Radio, Fernsehen, Internet, SMS oder Rauchwarnmelder gleichzeitig informiert werden. Oschmann forderte Innenminister Jörg Geibert auf, sich dafür einzusetzen, dass dieses Informations- und Alarmierungssystem bald einsatzbereit ist.

Expertenkommission empfiehlt Zusammenarbeit der Landesfeuerwehrschulen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Der ThFV-Vorsitzende äußerte sich zudem zu den Vorschlägen der Expertenkommission zur Funktional- und Gebietsreform. Diese hatten empfohlen, die Zusammenarbeit der Landesfeuerwehrschulen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu intensivieren und auf weitere Länder auszudehnen. Oschmann begrüßte in diesem Zusammenhang die bisherigen Kooperationen, die sich zum Beispiel bei der Organisation von Speziallehrgängen als besonders sinnvoll erwiesen haben. Er verwies aber darauf, dass der Verband es strikt ablehnt, flächendeckend notwendige Lehrgänge an jeweils einer Schule zu zentralisieren. „Es ist den ehrenamtlich tätigen Kameradinnen und Kameraden nicht zuzumuten, für jeden Lehrgang riesige Anfahrtswege in Kauf zu nehmen“, so der Verbandschef. Oschmann ging auch auf den Vorschlag der Kommission ein, dass Gemeinden künftig mindestens 12.000 Einwohner haben sollen. Damit steige auch der Verwaltungsaufwand für die Feuerwehren. Die Kommunen würden in der Fläche größer und viele Ortsteile umfassen. Die Konsequenz daraus sei, dass hauptamtliche Führungskräfte gebraucht würden, da dann die Leitung der Gemeindefeuerwehr ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigen sei.

Quelle: Thüringer Feuerwehr-Verband

Bild: retter.tv Symbolbild

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