Zusammenstoß mit Wildschweinrudel: Zug mit 500 Fahrgästen muss evakuiert werden

Aumühle | am 28.08.2012 - 09:28 Uhr | Aufrufe: 1053

Ein Wildschweinrudel sorgte am Sonntagabend bei Aumühle für einen Großeinsatz der Feuerwehr und der Polizei. Nach einem Zusammenstoß eines Regionalexpresses mit einem Wildschwein konnte der Zug nicht mehr weiterfahren. Rund 500 Fahrgästen musste von Rettungskräften aus dem Zug geholfen werden.

wildschweinKurz vor dem Ziel endete die Reise von rund 500 Fahrgästen abrupt: Eigentlich sollte der Zug in Hamburg enden, doch in der Nähe von Aumühle, kam es zu einem Unfall.

Zug fährt in Wildschweinrudel

Der Regionalexpress fuhr im Sachsenwald – unmittelbar vor dem Bahnhof Aumühle - direkt in ein Wildschweinrudel. Mehrere Tiere hatten wohl das Gleis überquert; einige Wildschweine wurden bei dem Unfall getötet, so ein Sprecher der Bundespolizei. Bei dem Zusammenstoß wurde der Zug an der Front sehr stark beschädigt. Eine Weiterfahrt war nicht mehr möglich. Auch bis an den Bahnsteig konnte der Zug nicht mehr heranfahren.

Feuerwehr evakuiert 500 Fahrgäste

Doch bei den Fahrbahngleisen gab es keine Bahnsteige. So musste die Feuerwehr die 500 Fahrgäste des Zuges evakuieren. Doch bis es soweit war, mussten die Reisenden fast zwei Stunden in dem verunfallten Zug waren. Dies sei nötig gewesen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Erst nachdem die Strecken gesperrt und die Stromversorgung unterbrochen war konnten die Rettungskräfte um 23.30 Uhr mit der Evakuierung beginnen.

Fahrgäste mussten mit Bus und Taxi weiterfahren

Insgesamt waren dabei 70 Feuerwehrleute und 60 Helfer im Einsatz: Die Feuerwehren aus Wohltorf, Wentorf, Aumühle und Börsen waren angerückt. Auch die Schnelleinsatzgruppe des Rettungsdienstes aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg war vor Ort. Unter anderem halfen die Rettungskräfte einem Mann im Rollstuhl und zwei Blinden aus dem Zug. Schon nach einer Stunde waren alle Zug-Waggons evakuiert. Für ihre Weiterfahrt mussten die Fahrgäste auf Busse und Taxen umsteigen. Personen wurden bei dem Unfall keine verletzt.

Verspätungen wegen Streckensperrung

Nach mehreren Stunden war es den Feuerwehrleuten schließlich gelungen, die verbogene Frontschürze des Zuges abzutrennen. So konnte der Regionalexpress aus eigener Kraft nach Hamburg weiterfahren. Die Streckensperrung wurde erst um Mitternacht wieder aufgehoben. 13 Züge hatten deswegen Verspätungen.

Kosten für Wildzaun zu hoch

Trotz des Unfalls soll der Waldbereich durch den die Gleise führen nicht eingezäunt werden. Wildunfälle könnten auch an Straßen geschehen, so der Sprecher der Bundespolizei. Ein Wildzaun sei solange nicht notwendig beziehungsweise realisierbar, solange die Sicherheit der Fahrgäste gewährleistet sei. Denn die Kosten für eine solche Abzäunung seien einfach zu hoch.

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Bild: retter.tv Archivbild

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