Johanniter-Auslandshilfe

Deutschland | am 03.05.2011 - 14:50 Uhr | Aufrufe: 2204

Die humanitäre Hilfe im Ausland gehört zur satzungsgemäßen Aufgabe der Johanniter-Unfall-Hilfe. Das Hauptaugenmerk der Johanniter-Auslandshilfe besteht hierbei in der medizinischen Grundversorgung der Menschen in Katastrophengebieten und benachteiligten Regionen auf der ganzen Welt. Neben der medizinischen Nothilfe in Krisengebieten, engagiert sich die Johanniter-Auslandshilfe jedoch auch in der Wiederherstellung eines zivilen Alltagslebens, der Katastrophenprävention und der Etablierung orthopädischer Einrichtungen und Hilfen für Behinderte und Kriegsverletzte. Im Jahr 2008 zählte die Johanniter-Auslandshilfe 21 hauptamtliche Mitarbeiter in Berlin, sowie 19 internationale und 500 lokale Mitarbeiter in den einzelnen Länderbüros.

Tag der öffenen Tür Johanniter DonauwörthLeitbild und Schwerpunkte
Der inhaltliche Schwerpunkt der Johanniter-Auslandshilfe liegt in der Besinnung auf die medizinische Kernkompetenz der Johanniter-Unfall-Hilfe, insbesondere in der Notfallhilfe nach Katastrophen. Darauf aufbauend engagiert sich die Johanniter-Auslandshilfe in der Katastrophenprävention, der orthopädischen Versorgung sowie im Bereich der Basisgesundheit. Das Ziel dieser Strategie soll sein, dass im Jahr 2012 mindestens 80 Prozent des Gesamtumsatzes in Projekten zur Verbesserung der Basisgesundheit, der orthopädischen Versorgung sowie der Katastrophenhilfe und -prävention eingesetzt werden können. Im Rahmen der Notfallhilfe setzt die Johanniter-Auslandshilfe auf ihre Kernkompetenz Gesundheit und leistet medizinische Hilfe durch den Einsatz ihrer Medical Emergency Rescue Teams (MERT) und der Lieferung medizinischer Hilfsgüter. Des Weiteren umfasst das Engagement der Johanniter-Auslandshilfe auch die Katastrophenvorsorg zur Vorbereitung der Bevölkerung in gefährdeten Gebieten auf den Ernstfall. Im Dienste der Basisgesundheit sorgt die Johanniter-Auslandshilfe zum Beispiel für eine Versorgung mit wichtigen Arzneimitteln, angemessene Behandlungen von gewöhnlichen Krankheiten, die Vorbeugung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten und für die Bereitstellung von Ergänzungsnahrung bei Unter- und Mangelernährung. Im Schwerpunkt Orthopädietechnik unterhält die Johanniter-Auslandshilfe seit 1992 mehr als 36 Projekte in 18 Ländern zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen körperlich behinderter Menschen.

Projekte und Einsätze
Die Johanniter-Auslandshilfe engagiert sich derzeit mit Projekten in mehr als 20 Ländern. Seit 2002 ist die Johanniter-Auslandshilfe in Afghanistan tätig. Afghanistan zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und ist nach dreißig Jahren Krieg durch andauernde Gewalt, politische Instabilität, extreme Armut und wiederkehrende Naturkatastrophen in einer humanitären Notlage. Die Johanniter-Auslandshilfe hat bereits Krankenhäuser in Kabul und Herat mit Medikamenten und medizinischen Geräten versorgt, Erste-Hilfe-Kurse in der Bevölkerung durchgeführt und Gesundheitshelfer für die ländlichen Regionen ausgebildet. Im Moment lehrt die Johanniter-Auslandshilfe im Zuge der Katastrophenvorsorge in der nordafghanischen Provinz Balkh, der Bevölkerung das Verhalten im Falle einer Naturkatastrophe. Ein weiteres Projekt der Johanniter-Auslandshilfe befindet sich auf Sri Lanka.  Nachdem der Konflikt zwischen den zwei größten ethnischen Gruppen des Landes ein Ende erreicht hat. Während der Kämpfe bis Mai 2009 wurden hunderttausende Zivilisten bei der Flucht aus der Kampfzone verwundet. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass in Sri Lanka mehr als 1,5 Millionen Menschen unter einer Behinderung leiden.  In Kooperation mit der lokalen Schwesterorganisation St. John Ambulance Sri Lanka wurden von der Johanniter-Auslandshilfe Erste-Hilfe-Trainer ausgebildet, ein Ausbildungszentrum mit vier Standorten errichtet und Kurse zum Thema Katastrophenvorsorge veranstaltet. Zudem unterstützt die Johanniter -Auslandshilfe in ihrem Schwerpunkt Orthopädietechnik die Versorgung der Opfer von Landminen und Blindgängern. Jedes Jahr verlieren zahlreiche Menschen durch Landminen ihr Leben. Offiziell gibt es in Sri Lanka 1.387 Minenopfer. Die Dunkelziffer ist jedoch viel höher. Zusammen mit der englischen Organisation „Motivation“ versorgten die Johanniter 450 Betroffene im Norden des Landes mit Orthesen, Prothesen und Rollstühlen.

Weitere Informationen zu den Johannitern finden Sie auch direkt auf der Homepage der Johanniter.

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