Rosenheimer Malteser feiern 30 Jahre Sanitäts-Einsatzzug

Rosenheim, Rathausstraße 25 | am 28.07.2014 - 11:15 Uhr | Aufrufe: 406

30 Jahre ist es her, dass der erste Sanitätszug für den Katastrophenschutz in Bayern – bestehend aus zwei schnellen Einsatzgruppen des Malteser Hilfsdienstes - vor dem Innenministerium in München Aufstellung nahm und von dem damaligen Innenminister Karl Hillermeier und Staatssekretät Franz Neubauer in Augenschein und abgenommen wurde.

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Dieses Jubiläum würdigten die Rosenheimer Malteser am vergangenen Freitag in einer Feierstunde in ihrer festlich geschmückten Fahrzeughalle an der Rathausstraße.

Der Stadt- und Kreisbeauftragte Hans Kerschbaumer und der ehemalige Malteser Landes- und Diözesanreferent für Bevölkerungsvorsorge und Katastrophenschutz, Wolfgang Wagner, erinnerten an den langen Weg, bis nach vielen Vorgesprächen und Verhandlungen zwischen dem Innenministerium und den Hilfsorganisationen der Aufbau von Hilfseinheiten für einen effizienten friedensmäßigen Katastrophenschutz in Bayern vereinbart und der Standort Rosenheim als Pilotprojekt ausgesucht worden war. Seit den Anfängen seien die Konzepte immer wieder an neue Erkenntnisse und aktuelle Erfordernisse angepasst worden. Nachdem zum Zeitpunkt des Hochwassers in Oberwöhr im Jahr 1978 gerade einmal fünf Fahrzeuge für den Katastrophenschutz in Rosenheim zur Verfügung gestanden hatten, hätten mehrere Unglücke in der Folgezeit ein Umdenken beim Freistaat Bayern und die Bereitschaft zur Schaffung kompakter und strukturierter Einheiten zur Abarbeitung im Unglücksfall bewirkt, so Kerschbaumer.
Die Bedeutung einer schlagkräftigen Struktur im Katastrophenschutz hatte sich erst im vergangenen Juni in dramatischer Weise gezeigt, als Helfer der Rosenheimer Malteser während der Hochwasserkatastrophe rund um die Uhr in Kolbermoor und später im bayernweiten Verbund auch im Raum Deggendorf im Einsatz waren. Dafür wurden zahlreiche Helfer bereits mit der Fluthelfermedaille des Freistaates Bayern geehrt, die im Rahmen der Feierstunde noch vier Helfern des Malteser Hospitaldienstes Austria durch die Malteser Diözesanleiterin Stephanie Freifrau von Freyberg überreicht wurde.

Von Seiten der Stadt fasste die 3. Bürgermeisterin, Dr. Beate Burkl, die Geschichte und Bedeutung der Katastrophenschutzhelfer für Rosenheim zusammen und dankte allen Helfern. Stadtpfarrer und Malteser Seelsorger Andreas Maria Zach hob hervor, dass die Malteser wie auch die anderen ehrenamtlich arbeitenden Hilfsorganisationen mit ihrem gemeinschaftlichen und unentgeltlichen Einsatz den zwei „Krebsgeschwüren in der Gesellschaft“ entgegentreten würden, wo das unverbindliche Single-Leben und die Gier auf Kosten anderer sich verbreiteten.

Die Vertreter der anderen Hilfsorganisationen, die sich im Alltag regelmäßig am runden Tisch austauschen, hoben die gute Zusammenarbeit hervor. So dankte Polizeioberrat Martin Irrgang vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd für „die vertrauensvolle, meist reibungslose Zusammenarbeit“ und Karl-Heinz Zeuner, Vorsitzender des Kreisverbandes Rosenheim des BRK betonte: „Wir sind echte Freunde, das war nicht immer so.“ Zeuner merkte auch kritisch an, dass der Katastrophenschutz dringend zusätzliche Ausstattung benötige, die Politik aber die Kosten scheue. „Auch ehrenamtliche Mitarbeiter arbeiten nur mit guter Ausrüstung engagiert“, sagte er.

In diesem Zusammenhang brachte Karl Göpfert, Vorstandsmitglied der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling eine gute Nachricht in Form einer Spende über 1.000 Euro für Belange des Katastrophenschutzes der Rosenheimer Malteser. Etwas augenzwinkernd leistete auch das Technische Hilfswerk einen Beitrag zum Fuhrpark und überreichte einen liebevoll konstruierten „Rettungswagen“.

Am Samstag präsentierten sich dann alle Fachdienste des Malteser Katastrophenschutzes mit zahlreichen aktuellen und historischen Fahrzeugen auf dem Max-Josefs-Platz der Bevölkerung. „Eine taktische Schutzeinheit umfasst jeweils die Komponenten Betreuung, Sanitätsdienst und Technik“, erläuterte Kerschbaumer auf Nachfrage den vielen interessierten Besuchern. Besonders der historische Rettungshubschrauber zog viele Blicke auf sich. Aus der Feldküche gab es Kostproben, die von den fleißigen Helferinnen und Helfern der Verpflegungsgruppe zubereitet worden waren.

Weitere Fotos auf www.facebook.com/malteser.bistum.muenchen .

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