„Bürgerfreundliche Strategie“: Bremer Polizei protestiert gegen Sparmaßnahmen

Um gegen die Sparmaßnahmen der Landesregierung zu protestieren, belassen es viele Bremer Polizisten bei kleineren Vergehen bei einer Verwarnung, anstatt Bußgelder einzutreiben.

Wer in Bremen eine kleinere Verkehrswidrigkeit begeht, kann mit einer nachsichtigen Reaktion der Polizei rechnen. Denn das Motto der Beamten lautet: Reden statt Strafzettel verteilen. Anstatt ein Bußgeld zu kassieren, gibt es eine mündliche Verwarnung und ein Gespräch über die Gefahren des falschen Verhaltens.

„Bürgerfreundliche Strategie" der Bremer Polizei

Die Gewerkschaft der Polizei nennt dieses Vorgehen „Bürgerfreundliche Strategie". Das dieses Vorgehen der Polizei den Bürgern zu Gute kommt ist klar, der Stadt Bremen entgehen so aber wichtige Einnahmen. Genau das ist das Ziel der Beamten. Da sie nicht streiken dürfen, versuchen sie auf diese Weise ihren Protest gegen die Sparmaßnahmen der Landesregierung auszudrücken.

Mündliche Verwarnungen statt Bußgelder

Denn erst in der vergangenen Woche hatte der Bremer Landtag eine Nullrunde für viele Beamte beschlossen. Außerdem wurde das Pensionsalter bei der Polizei hochgesetzt. Bei vielen Beamten ist damit das Maß voll. Nun belassen es viele Polizeibeamte bei mündlichen Verwarnungen, obwohl in den Sommermonaten besonders viele Verkehrswidrigkeiten begangen werden.

Die Verwarnungspraxis findet in anderen Bundesländern Nachahmer

Polizeipräsident Lutz Müller zeigte sich verärgert über die neue Verwarnungspraxis der Bremer Polizisten und kündigte an, dieses Verhalten im Auge zu behalten. In der Zwischenzeit findet die Verwarnungspraxis aber auch in anderen Bundesländern Nachahmer.

Zur Zeit ist noch nicht abzusehen, welche finanziellen Ausfälle durch die bürgerfreundliche Strategie auf Bremen zukommen. Die Polizei hat selbst darauf hingewiesen, dass die Einnahmen aus Verwarnungsgeldern über das Jahr stark schwanken.

 

Weitere Informationen zu „Bürgerfreundlichen Strategie" der Bremer Polizei finden Sie hier.

Bild: retter.tv Symbolbild

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